Auszeichnung
«Es soll euer Tag sein»: Nun ist auch Magden eine «Kinderfreundliche Gemeinde» der Unicef

Aufgrund der Coronapandemie musste die Auszeichnung verschoben werden, nun bekam Magden als siebte Gemeinde im Kanton Aargau das Unicef-Zertifikat «Kinderfreundliche Gemeinde» verliehen. Mit einem familienfreundlichen Fest wurde die Zertifikatsvergabe am Samstag gefeiert.

Horatio Gollin
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Unicef-Geschäftsleiterin Bettina Junker (links) und Magdens Gemeinderätin Carole Binder-Meury bei der Übergabe des Zertifikats.

Unicef-Geschäftsleiterin Bettina Junker (links) und Magdens Gemeinderätin Carole Binder-Meury bei der Übergabe des Zertifikats.

Horatio Gollin

Als siebte Gemeinde im Kanton Aargau bekam Magden das Unicef-Label Kinderfreundliche Gemeinde verliehen und feierte den Anlass mit dem Kinderfreundliche-Gemeinde-Fest am Samstag. «Es soll euer Tag sein», begrüsste Gemeinderätin Carole Binder-Meury in ihrer Ansprache besonders alle Kinder und Jugendlichen.

Kinderlachen hallte zwischen Schule und Halle wider. Auf dem Dorfplatz tummelten sich Eltern und Kinder. Die Hüpfburgen wurden belagert. Freude kam auf beim Karussellfahren. Grössere Kinder übten sich bei Wurfspielen und beim Torwandschiessen, während die kleineren an Bastel-, Mal- und Töpferangeboten teilnahmen.

Hungrige stillten beim Kuchenverkauf und am Hotdog-Stand ihr Bedürfnis. Für Jugendliche waren Angebote im vom Verein Schüler-, Jugend- und Kinderkultur Rheinfelden (schjkk) betriebenen Jugendraum und auf dem Sportplatz geplant.

Aktionsplan mit Kindern und Jugendlichen erstellt

Die UNO-Kinderrechtskonvention wurde 1989 auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen (UNO) verabschiedet und 1997 von der Schweiz ratifiziert, erklärte Binder-Meury. Das Zertifikat Kinderfreundliche Gemeinde ist ein Hebel zur Umsetzung der Kinderrechtskonvention, meinte Bettina Junker, Geschäftsleiterin von Unicef Schweiz-Liechtenstein.

Eindrücke von der Feier «Kinderfreundliche Gemeinde» in Magden.

Eindrücke von der Feier «Kinderfreundliche Gemeinde» in Magden.

Horatio Gollin

Magden ist die 47. Kommune in der Schweiz und Liechtenstein, die das Label trägt. Den Prozess hatte die Gemeinde vor zwei Jahren begonnen. Mit Kindern und Jugendlichen wurde erarbeitet, was sich diese wünschen. Aus den Ergebnissen wurde ein Aktionsplan erstellt, so Binder-Meury.

Erste Projekte wie der Dreh des Musikvideos für den Song «Ich mag dich Magden» und der Betrieb eines Pop-up-Spielplatzes im alten Forstwerkhof im Frühjahr wurden schon umgesetzt. Kindergartenkinder und Primarschüler hatten Postkarten zum Thema Kinderrechte gestaltet.

Bau einer Street-Work-out-Anlage geplant

Die Zertifizierung war ursprünglich für den Februar 2020 vorgesehen gewesen, aber wegen der Coronapandemie musste der Anlass für eineinhalb Jahre verschoben werden. In zwei Jahren muss die Gemeinde einen Zwischenbericht vorlegen und in vier Jahren steht die Rezertifizierung an.

Die Bevölkerung, darunter viele Familien, kamen zum Fest.

Die Bevölkerung, darunter viele Familien, kamen zum Fest.

Horatio Gollin

Das Label bleibt erhalten, wenn die Gemeinde kontinuierlich am Thema Kinderrechte dranbleibt. Neue Projekte sind auch schon in Planung. Binder-Meury sagt, dass ein Jugendlicher mit Unterstützung der Gemeinde eine Street-Work-out-Anlage bis Oktober bauen will und 2022 der Spielplatz beim Schwimmbad unter Einbezug von Kindern und Jugendlichen umgestaltet wird. Die Kinder- und Jugendkommission erarbeitet mit Kindern und Jugendlichen ein neues Kinder- und Jugendleitbild für die Gemeinde.

Kinderrechte müssen jeden Tag gelebt werden

Der zwölfjährige Yannick und der elfjährige Kevin stromerten übers Fest. «Ich finde es gut, wenn Kinder und Jugendliche mitentscheiden dürfen», sagt Yannick und Kevin ergänzt:

«Kinder haben auch Rechte. Die Erwachsenen müssen nicht alles bestimmen und die Kinder müssen darunter leiden.»

Kevin meinte, dass man auf die Meinung von Kindern und Jugendlichen eingehen sollte. Dazu hat sich die Gemeinde mit dem Zertifikat verpflichtet. «Wie bei allem Schützenswerten ist es wichtig, dranzubleiben», sagte Junker. Kinderrechte müssen jeden Tag gelebt und gepflegt werden. Kinder in die Prozesse eingebunden werden.

Binder-Meury wünschte sich, dass die Partizipation von Kindern und Jugendlichen Teil der Dorfkultur wird. Eine Wiederholung des Kinderfreundliche-Gemeinde-Festes schliesst sie nicht aus. Es gibt die Überlegung, jährlich im November am Tag der Kinderrechte ein Fest zu feiern.

Eine Wand mit Postkarten zu Kinderrechten von Magdener Kindern.

Eine Wand mit Postkarten zu Kinderrechten von Magdener Kindern.

Horatio Gollin
Eindrücke von der Feier «Kinderfreundliche Gemeinde».

Eindrücke von der Feier «Kinderfreundliche Gemeinde».

Horatio Gollin

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