Auswanderer
Diese zwei Fricktaler leben in der brasilianischen Wildnis – wo Corona ganz weit weg ist

Aus Brasilien erreichten die Welt zuletzt schlimme Schlagzeilen zur Coronasituation im Land. Angela und Markus Maître, Auswanderer aus Möhlin, leben in Brasilien – allerdings «abseits von Dorf und Corona», wie Markus Maître sagt. Und so merken die beiden bis anhin kaum etwas von der Pandemie.

Thomas Wehrli
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Angela und Markus Maître leben in der brasilianischen Wildnis.

Angela und Markus Maître leben in der brasilianischen Wildnis.

zvg

Die Coronapandemie hat nicht nur die Schweiz und das Fricktal fest im Griff. Auch in anderen Ländern wütet die Pandemie. Während die Schweiz aktuell darüber debattiert, welche Öffnungsschritte wann richtig sind, haben andere Länder ganz andere Sorgen.

So sagte Markus Fischler, der auf Kuba ein Gästehaus betreibt, diese Woche zur AZ: «Die Versorgungslage, die zuvor schon dürftig war, hat sich nochmals massiv verschlechtert.» Viele Artikel des täglichen Bedarfs gebe es selten oder gar nicht mehr:

«WC-Papier beispielsweise gibt es seit Monaten nicht mehr.»

Wenn dann wieder Ware komme, heisse das: stundenlanges Anstehen vor den Geschäften – oder zu massiven Preisen auf dem Schwarzmarkt kaufen.

In der Serie, wie Fricktaler im Ausland die Coronapandemie erleben, geht es diesmal von Kuba weiter in den Süden, nach Brasilien. Angela und Markus Maître wohnen in Uruaçu im Estado Goias. «Wir sind 300 Kilometer von der Hauptstadt Brasilia entfernt», lokalisiert Markus Maître den Wohnort. Die beiden leben «in der Wildnis», umschreibt Maître, der früher in Möhlin gelebt hat, seine Wohnsituation – «abseits vom Dorf und auch von Corona».

Das Ansteckungsrisiko ist klein

In Zahlen: Zu ihrem Dorf ist es 26 Kilometer, auf die andere Seite fährt man 70 Kilometer, bis man ein Dorf erreicht. Das Ansteckungsrisiko ist damit für die Maîtres auch eher klein. «Ich gehe rund zweimal im Monat zum Einkaufen ins Dorf», sagt Maître. In den Geschäften herrscht seit einem Jahr Maskenpflicht. Sonst merke man nicht viel von der Coronapandemie.

«Allerdings ist die Bestuhlung in den Restaurants ist nicht mehr so eng.»

Partys oder Anlässe gibt es ebenfalls auch kaum. «Aber sonst ist alles beim Alten.» Für Maître heisst «beim Alten»: «Meine Hauptbeschäftigung besteht darin, unseren 16'000 Quadratmeter grossen Garten zu unterhalten.»

Derzeit rät Maître von Reisen nach Brasilien ab. Es sei aktuell sehr schwierig, ins Land zu reisen. Maître fügt aber sogleich an: «Sobald sich der Virus beruhigt hat, freuen wir uns wieder über jeden Besuch.» Sein Anreisetipp: «Entweder über Brasilia oder Goiania. Beides ist gleich weit.»

Viele Massnahmen seien unlogisch

Die Situation in der Schweiz kann Maître nur aus der Ferne verfolgen und möchte sich deshalb nicht gross dazu äussern. Für ihn ist aber unverständlich, weshalb die Wirtschaft an die Wand gefahren werde. Als Beispiel nennt er die Restaurants. «Sie mussten ein Sicherheitskonzept verwirklichen – und danach trotzdem wieder schliessen.» Von dem, was er höre oder lese, empfinde er vieles «als unlogisch».