Die Deutschen stehen auf das Fricktal: 6193 Deutsche wohnten Ende 2015 in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden. 4042 davon lebten im unteren, 2151 im oberen Fricktal. Dies zeigt eine Aufschlüsselung der Ausländerzahlen nach Nationen, die das statistische Amt für die AZ vorgenommen hat. Neuere Nationenzahlen liegen noch nicht vor.

Damit stammen satte 35 Prozent der Ausländer, die im Fricktal wohnen, aus dem nördlichen Nachbarland. Oder anders formuliert: Jeder zwölfte «Fricktaler» ist ein Deutscher. Deutschland stellt somit die klar grösste Ausländergruppe im Fricktal. Dies gilt auch, wenig verwunderlich, für die Zahl der Grenzgänger.

Auf Platz zwei der Wohnstatistik folgt Italien mit 2726 Personen. Darunter fallen viele Personen, die in den 1960er-Jahren als Arbeitskräfte eingewandert sind und die sich trotz jahrzehntelangem Hier-Sein nicht einbürgern liessen. Die grösste Italienergruppe lebt in Möhlin (602 Personen), gefolgt von Rheinfelden (535), Kaiseraugst (386) und Laufenburg (240). Auf Rang drei der Nationen liegt der Kosovo mit 1487 Personen. Die grösste Gruppe lebt auch hier in Möhlin (258).

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60 Prozent aus drei Ländern

Die drei Länder Deutschland, Italien und Kosovo zusammen stellen 60 Prozent der Ausländer im Fricktal. Grosser Abwesender unter den Top 10 der Nationen ist unser westlicher Nachbar: Frankreich. Nur gerade 178 Franzosen sagten Ende 2015: Vive la Suisse!, pardon: vive en Suisse. Damit lag die Wahrscheinlichkeit, im Fricktal ein österreichisches «Servus» zu hören, um 60 Prozent höher als ein «Salut».

Fast 92 Prozent der Ausländer, die im Fricktal leben, kommen aus Europa. Auf Rang 2 der Kontinente folgt Asien mit 766 Personen, dahinter Afrika (375), Süd- und Mittelamerika (238) sowie Nordamerika (71). Aus Ozeanien sind es gerade einmal 17.

Ausländeranteil gestiegen

Der Ausländeranteil im Fricktal lag Ende 2015 bei 22,3 Prozent. Seither sind gut 700 Ausländer hinzugekommen, der Ausländeranteil stieg auf 22,9 Prozent. Dabei ist das untere Fricktal bei den Ausländern als Wohnregion beliebter als das obere: Im Bezirk Rheinfelden lag der Ausländeranteil Mitte 2017 bei 25,4 Prozent, im oberen Fricktal bei 19,2 Prozent. Zum Vergleich: 1988 lag der Ausländeranteil bei 11,2 Prozent, 1992 bei 16,2 und vor zehn Jahren bei 18,6 Prozent.

Am meisten Ausländer lebten Mitte 2017, absolut betrachtet, in Rheinfelden (4222), gefolgt von Möhlin (2729) und Kaiseraugst (1627). Auf Platz vier folgt die erste Gemeinde aus dem oberen Fricktal: Frick mit 1291 Ausländern. Die andere Seite der Skala führen Hellikon und Olsberg mit 46 Ausländern an, gefolgt von Oberhof mit 77 und Wölflinswil mit 79 Ausländern.

Höchster Ausländeranteil in Stein

Betrachtet man den Ausländeranteil in den Gemeinden prozentual an der Bevölkerung, schwingt eine Kommune ganz klar obenaus: Stein kommt auf einen Ausländeranteil von fast 40 Prozent. Dahinter folgen Laufenburg (32,7), Rheinfelden (31,7), Mumpf (30,3) und Kaiseraugst (29,1). Den niedrigsten Ausländeranteil hat Hellikon mit 5,8, Wölflinswil mit 7,6 und Gansingen mit 8,8 Prozent.

Eine Überraschung erlebt, wer die prozentuale Zunahme der Ausländer zwischen 2010 und Mitte 2017 vergleicht. Hier toppt Oberhof alles: Mitte 2017 lebten 250 Prozent mehr Ausländer im 600-Seelen-Dorf als 2010. Zugegeben, die Zunahme erfolgte auf niedrigem Niveau; die Zahl der Ausländer stieg in diesen sechseinhalb Jahren von 22 auf 77. Die zweithöchste Zunahme verzeichnete Zeihen mit 108 Prozent, gefolgt von Münchwilen – just mit 100 Prozent.

Münchwilen ist auch jene Gemeinde, in welcher der Ausländeranteil zwischen 2010 und 2017 prozentual am stärksten anstieg: um 9,8 Prozent auf 25,9 Prozent; damit weist die Gemeinde den sechsthöchsten Ausländeranteil im Fricktal auf. Oberhof legte im selben Zeitraum um 8,9 Prozent zu, Hornussen um 7,9, Zeihen um 7,1 und Schupfart um 5,25 Prozent.

Nur eine einzige Gemeinde verzeichnete zwischen 2010 und Mitte 2017 einen, wenn auch minimen Rückgang beim Ausländeranteil: Frick. Hier lebten zwar Mitte 2017 mit 1291 Ausländern effektiv auch 52 mehr als 2010, doch die Zahl der Einwohner stieg generell stärker als jene der Ausländer – womit ein Rückgang des Ausländeranteils um 1,3 Prozentpunkte resultierte. Dies ist vor allem auf den Wohnungsbauboom zurückzuführen, den die Zentrumsgemeinde im oberen Fricktal seit einigen Jahren erlebt.

Kaum verändert hat sich der Ausländeranteil zwischen 2010 und 2017 dagegen in Mumpf (+0,1 Prozent) und Hellikon (+0,6). In absoluten Zahlen hat die Zahl der Ausländer in Rheinfelden (+777), Möhlin (+470), Kaiseraugst (+306) und Stein (+278) am meisten zugenommen. Die geringsten Zunahmen verzeichneten Hellikon (+5), Olsberg (+9) und Wegenstetten (+15).