Gemeindeverband
Ausbau der Sozialarbeit, weil die Zahl der Beratungsfälle weiter enorm steigt

Für die Jugend- und Familienberatung (JFB) im Bezirk Laufenburg ist eine Pensenerhöhung beantragt worden.

Walter Christen
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Team der Jugend- und Familienberatung in Laufenburg: Thorsten Rösen, Valerie Lingg Rohner, Donat Oberson, Doris Steinmann und Sandra Wey.

Team der Jugend- und Familienberatung in Laufenburg: Thorsten Rösen, Valerie Lingg Rohner, Donat Oberson, Doris Steinmann und Sandra Wey.

hjb

Mit der Feststellung, dass sich die Arbeitsbelastung der Mitarbeitenden der Jugend- und Familienberatung (JFB) im Laufe des Jahres 2013 erheblich erhöht hat, umschreibt der Vorstand des Gemeindeverbands Bezirk Laufenburg die Situation bei dieser Fachstelle, die sich in Laufenburg befindet. Es wird daher an der Abgeordnetenversammlung von morgen Mittwoch in Wil (Gemeinde Mettauertal) eine Pensenerhöhung um 80 Prozent in der Sozialarbeit der JFB beantragt.

«Die Fälle werden komplizierter»

Sandra Wey, Stellenleiterin bei der JFB, erwähnte gegenüber der Aargauer Zeitung: «Die Fälle werden komplizierter und deren Zahl steigt, weil die Einwohnerzahl im Bezirk zunimmt. Wir stehen nach wie vor für die systemisch-
lösungsorientierte Beratung aller Klienten, sowohl in Kindesschutzverfahren als auch in der eigentlichen Beratung.»

In Zahlen ausgedrückt heisst das für die Jugend- und Familienberatung im Bezirk Laufenburg: 266 Beratungsfälle ohne Kurzkontakte und 301 mit Kurzkontakten wurden im Jahr 2013 verzeichnet. Der Vergleich mit dem Vorjahr macht deutlich, dass die Ursachen für diese Entwicklung im Anstieg der gesamten Beratungsfälle um 71 Prozent und insbesondere im Trend zu mehr Kindesschutzmassnahmen zu suchen sind, die mit einer Zunahme um 61 Prozent massgeblich an dieser Entwicklung beteiligt sind.

Der Vorstand des Gemeindeverbands listet in seinem Antrag für die Pensenerhöhung bei der Jugend- und Familienberatung weitere Zahlen auf: 2013 sind die Anzahl der freien Beratungsfälle und die Überweisungsanträge anderer Fachstellen ebenfalls um 87 Prozent angestiegen. Die Anzahl der Sozialberichte und der Pflegeplatzaufsichten hat sich verdoppelt. Der Stundenaufwand für gesetzliche Aufträge erhöhte sich um 40 Prozent und für Eigeninitiative und überwiesene Beratungen um 43 Prozent. In der Folge verdoppelten sich im gleichen Zeitraum die Überstunden des Beratungsteams.

Trendwende ist nicht absehbar

Das Optimierungspotenzial sei nun ausgeschöpft, so der Verbandsvorstand. «Die Übertragung weiterer gesetzlicher Fälle im ersten Quartal 2014 – derzeit kommen im Schnitt pro Monat 7 gesetzliche Aufträge hinzu – führt zu einer Verdoppelung der Überstunden in der Sozialarbeit. Der zeitliche Aufwand für das Berichtswesen im Kindesschutz (Abklärungen, schriftliche Stellungnahmen, Zwischenberichte und so weiter) hat sich in den ersten 4 Monaten dieses Jahres mit 150 Prozent mehr als verdoppelt. Es ist nicht mehr möglich, die Beratungen mit den zur Verfügung stehenden personellen Ressourcen ohne Überstunden zu bewältigen.» Da eine Trendwende nicht absehbar ist, wird die Aufstockung im Umfang von 80 Stellenprozenten beantragt.