Raiffeisen-Zusammenschluss
Aus Wegenstetten droht Widerstand: Ein Anwalt will die Fusion verhindern

Während das «Ja» zur Fusion bei den Genossenschaftern in Möhlin in trockenen Tüchern zu sein scheint, sieht dies bei den Genossenschaftern im Wegenstettertal anders aus.

Dennis Kalt
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Nächster Schritt im Hin und Her: Die Raiffeisenbanken Wegenstettertal (hier die Filiale Wegenstetten) und Möhlin sistieren den geplanten Zusammenschluss. Archiv/nbo

Nächster Schritt im Hin und Her: Die Raiffeisenbanken Wegenstettertal (hier die Filiale Wegenstetten) und Möhlin sistieren den geplanten Zusammenschluss. Archiv/nbo

Nadine Böni

Schnell, emotionslos, keine Fragen – die Orientierungsversammlung der Raiffeisenbank Möhlin zur Fusion mit der Raiffeisenbank Wegenstettertal ging in nur 25 Minuten über die Bühne. Für Verwaltungspräsident Thomas Tschanz ist dies ein klares Zeichen: «Die Genossenschafter der Raiffeisenbank Möhlin stehen einer Fusion positiv gegenüber und fühlen sich über das Fusionsprojekt ausreichend informiert.»

Während das «Ja» zur Fusion bei den Genossenschaftern in Möhlin in trockenen Tüchern zu sein scheint, sieht dies bei den Genossenschaftern im Wegenstettertal anders aus. Wortführer der Fusionskritiker ist Rechtsanwalt Jascha Schneider, der nicht zulassen will, dass «die Raiffeisenbank Möhlin die Raiffeisenbank Wegenstettertal schluckt».

«Entmündigung der Mitglieder»

Er sieht im Festhalten der Raiffeisenbank Wegenstettertal an einer Fusion eine Entmündigung der Genossenschafter durch den Verwaltungsrat, denn: «Der Verwaltungsrat vertritt nicht mehr die Anliegen der Genossenschafter», sagt Schneider, der in einer Fusion klare Nachteile für die Genossenschafter im Wegenstettertal sieht. So würden die Generalversammlung und das «Klangheimli»-Festival aus Zuzgen verschwinden, Sponsorengelder für Vereine im Tal abwandern und Filialen geschlossen werden. «Profitieren würde in erster Linie Raiffeisen Schweiz, welche die Vermögensverwaltung ausbauen will, um grössere Renditen zu erzielen», sagt Schneider.

Tschanz hält dagegen: «In den nächsten Jahren werden keine Filialen im Wegenstettertal geschlossen. Die Kunden können sich nach wie vor aussuchen, wo sie bedient werden wollen.» Weiter würde der Zusammenschluss der beiden Banken zur Raiffeisenbank Unteres Fricktal zahlreiche Vorteile bringen: «Durch einen Ausbau der Bank, können wir uns in dem sich intensivierenden Wettbewerb besser behaupten und unsere Qualität der Dienstleistungen erhöhen», erklärt Tschanz und schiebt nach: «Für die Raiffeisenbank Möhlin bringt die Fusion den Vorteil, dass der bestehende Raumbedarf ohne grosse Investitionen mit den Räumlichkeiten der Raiffeisenbank Wegenstettertal gedeckt werden kann.»

Über die Fusionen wird bei der Raiffeisenbank Wegenstettertal am 25. März und bei der Raiffeisenbank Möhlin am 1. April abgestimmt. Hierbei ist eine Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen notwendig, damit die Fusion in Kraft tritt. Dies will Schneider jedoch verhindern: «Ich werde den Antrag stellen, das Traktandum um ein Jahr zu verschieben. Ein neuer Verwaltungsrat soll die Frage der Zukunft der Raiffeisenbank Wegenstettertal sorgsam und transparent abklären und mit den Genossenschaftern einen offenen und ehrlichen Dialog führen.» Affaire à suivre.