Die Jugendseelsorge (Juseso) Fricktal wird sich von 350 auf 70 Stellenprozent verkleinern. Der Grund: Im Fricktal werden sich die katholischen Pfarreien zu fünf Pastoralräumen zusammenschliessen, die allesamt einen eigenen Jugendarbeiter engagieren. Auf diese Vorgaben hat die Juseso reagiert und mit den Vertretern der künftigen Pastoralräume eine Beschlussvorlage ausgearbeitet, über die an der Delegiertenversammlung im September abgestimmt wird. Mit dem Umstrukturierungsprozess soll jedoch frühestens nach der übernächsten Delegiertenversammlung im September 2017 begonnen werden.

Eigene Jugendarbeiter vor Ort

«Diese neue Struktur ermöglicht den Pfarreien und Pastoralräumen einen direkteren Kontakt mit dem Jugendseelsorger. Zudem wird die Beziehung zwischen den Jugendlichen der einzelnen Pastoralräume und dem jeweiligen Jugendseelsorger verbessert, weil dieser vor Ort sitzt und ihn die Jugendlichen somit besser kennen lernen können», sagt Franz Ruder, Präsident der Juseso. Für das Juseso-Team hat die Eigenverantwortung der Pastoralräume zur Folge, dass ein Grossteil ihrer Arbeiten wie Firmbegleitung, Jugendarbeit, Gottesdienstgestaltung, Ministrantenbegleitung und Aushilfe im Religionsunterricht wegbricht.

Eine Stelle soll erhalten bleiben

Dennoch soll eine regionale Stelle mit einem 70-Prozent-Pensum erhalten bleiben, die unter anderem die regionale Vernetzung unter den Jugendseelsorgern garantiert: «Geplant ist, dass in regelmässigen Treffen Ideen für die Jugendarbeit zwischen den Pastoralräumen ausgetauscht werden», sagt Ruder. Weiter sollen über diese regionale Stelle mit den Pastoralräumen zusammen regionale Anlässe für Jugendliche aus dem ganzen Fricktal organisiert und durchgeführt werden. Dazu gehören beispielsweise das Ostertreffen oder die Friday-Night-Anlässe. Möglicherweise, fügt Ruder hinzu, soll die zentrale Stelle mit finanzieller Unterstützung der Landeskirche einen Studierenden für die kirchliche Arbeit ausbilden.

Im Gespräch für den Ort, an dem diese zentrale Stelle angesiedelt werden soll, sind Frick und Rheinfelden. «Auch wer diese Position ausüben soll, steht bisher noch nicht fest», sagt Ruder. Da die Beschlussvorlage das Ergebnis eines mehrjährigen Prozesses ist, in dem auch das fünfköpfige Juseso-Team mit einbezogen wurde, ist die Stimmung bei den Mitarbeitern ungetrübt. «Für sie besteht die Chance, eine Stelle als Jugendseelsorger in den zukünftigen Pastoralräumen zu übernehmen», sagt Ruder.

Abstimmung am 14. September

Ob die Beschlussvorlage umgesetzt wird, entscheidet sich an der Delegiertenversammlung am 14. September. Hierfür wäre eine einfache Mehrheit ausreichend. Da es sich bei der Delegiertenversammlung jedoch um kein politisches Parlament, sondern um eine kirchliche Organisation handelt, strebt Ruder eine grosse Mehrheit an: «Es hat keinen Sinn, wenn nicht alle Pastoralräume das Konzept mittragen, man muss ja hinterher gemeinsam erfolgreich zusammenarbeiten», erklärt der Präsident.