Schupfart

Aus einstmals 2000 Landparzellen machte die Melioration 445 Grundstücke

Rund 150 Genossenschafter und Gäste versammelten sich in der Turnhalle Schupfart zur Auflösung der Bodenverbesserungsgenossenschaft. – Foto: H.P.W.

Rund 150 Genossenschafter und Gäste versammelten sich in der Turnhalle Schupfart zur Auflösung der Bodenverbesserungsgenossenschaft. – Foto: H.P.W.

Bei der Gesamtmelioration kann man von einem Jahrhundertwerk sprechen, das nun in Schupfart fertig ist. Der Grundbesitz ist arrondiert und erstmals vermessen worden.

Mit der Schlussversammlung und Auflösung der Bodenverbesserungsgenossenschaft wurde in Schupfart nach 19 Jahren die Gesamtmelioration abgeschlossen – ein Jahrhundertwerk für die Gemeinde. Wegen des extrem zerstückelten alten Grundbesitzes war es eine der komplexesten Güterregulierungen, die im Aargau über die Bühne gingen. Es galt, 2000 Einzelparzellen von 219 Eigentümern zu arrondieren. Daraus entstanden 445 Grundstücke für 194 Besitzer.

Moderne Melioration

Die Güterzusammenlegung bringt den aktiven Landwirten grosse Vorteile: Bauern, die früher mehr als 30 kleine und schmale Parzellen zu bewirtschaften hatten, können sich heute auf zwei, drei gut geformte und erschlossene Grundstücke konzentrieren. Die Hälfte der 400 Hektaren grossen Flur wird nicht mehr von den Grundbesitzern bepflanzt, sondern ist verpachtet. Zur Optimierung der landwirtschaftlichen Bearbeitung wurden Pachtflächen möglichst nahe beim Eigenbesitz der Pächter platziert.

Schupfart war keine Güterregulierung alten Stils mehr, sondern eine moderne Gesamtmelioration, bei der die Anliegen der Landwirtschaft, des Natur- und Landschaftsschutzes sowie der Raumplanung gleichwertig berücksichtigt wurden. Der multifunktionelle Ansatz ergab sich nicht zuletzt, weil Teile des Gemeindebanns im Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung (BLN) liegen. Zur ökologischen Aufwertung wurden 7 Weiher und Tümpel angelegt, 1400 Meter Bäche renaturiert und 1400 Meter Hecken gepflanzt. Hingegen fielen der Umlegung viele Hochstammbäume zum Opfer.

Lob für das Gesamtwerk

An die Gesamtkosten von rund 8 Millionen Franken – 10 Prozent tiefer als budgetiert – leisteten Gemeinde, Kanton und Bund Beiträge von 6,3 Millionen Franken, den Rest bezahlen die Grundeigentümer.

Nach den letzten Auslagen für die Auflösung der Bodenverbesserungsgenossenschaft bleiben einige zehntausend Franken übrig. Das Geld geht zweckgebunden an die Gemeinde, die es für den Unterhalt von Flurwegen verwenden muss.

An der von rund 150 Genossenschaftern und Gästen besuchten Schlussversammlung würdigten der Präsident der Ausführungskommission, Urban Kramer, und der Technische Leiter, Viktor Oeschger, den hindernisreichen, aber letztlich erfolgreichen Verlauf des Meliorationswerks. Regierungsrat Roland Brogli und der Vertreter des Bundesamtes für Landwirtschaft, René Weber, betonten, diese Art Strukturverbesserung entspreche der heutigen Agrar- und Raumordnungspolitik. Gemeindeammann Bernhard Horlacher dankte den Genossenschaftern für Mut und Geduld sowie der sechsköpfigen Ausführungskommission, die 19 Jahre lang in gleicher Besetzung durchhielt, für den enormen Einsatz.

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