Stein / BadSäckingen
Aus der Kläranlage fliesst das Wasser rein in den Rhein

Der erste internationale Abwassertag in Stein und Bad Säckingen findet am Samstag statt. Gezeigt werden die Kläranlage und das Pumpwerk. Das Abwasser von Stein, Münchwilen, Eiken, Sisseln sowie der Novartis und Syngenta fliesst in die deutsche ARA.

Walter Christen
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Hier wird auch Abwasser von Fricktaler Gemeinden gereinigt: Kläranlage in Bad Säckingen kann am Samstag von der Bevölkerung besichtigt werden. chr
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Umfangreiche technische Einrichtungen in der ARA
Technik in der Kläranlage
Initianten des Abwassertags mit Steins Ammann Hansueli Bühler (hinten, Mitte), neben ihm Vizeammann Walter Zumstein
Die Kläranlage Bad Säckingen
Die Abwasserreinigungsanlage in Bad Säckingen
Aus der Kläranlage fliesst das Wasser rein in den Rhein

Hier wird auch Abwasser von Fricktaler Gemeinden gereinigt: Kläranlage in Bad Säckingen kann am Samstag von der Bevölkerung besichtigt werden. chr

Die Kläranlage der Gemeinden Stein, Münchwilen, Eiken und Sisseln steht in Bad Säckingen, denn die Schmutzwasserfracht dieser Fricktaler Gemeinden wird über die Fridolinsbrücke in die deutsche Abwasserreinigungsanlage (ARA) geleitet. Wie es im Pumpwerk in Stein aussieht und wie die Kläranlage in Bad Säckingen funktioniert wird der Bevölkerung von beiden Seiten des Rheins am kommenden Samstag, am ersten internationalen Abwassertag, gezeigt.

Führungen und Film

Delegationen aus Stein und Bad Säckingen stellten gestern Montag das Programm des Abwassertags vor, der um 9.30 Uhr mit der Besammlung beim Werkhof in Stein und dem anschliessenden Bustransfer zur ARA in Bad Säckingen beginnt. Dort gibt es zwei Führungen, nämlich um 10.30 und um 13.30 Uhr: Bürgermeister Alexander Guhl, der Steiner Gemeindeammann Hansueli Bühler und Personal der Kläranlage werden die Besucher informieren, und es wird ein Film gezeigt. Erläuterungen zum Abwasserpumpwerk in Stein, das sich bei der Fridolinsbrücke befindet, gibt es um 12.15 und um 15.15 Uhr durch Vizeammann Walter Zumstein, Stein, Präsident des Abwasserverbands Stein-Münchwilen-Eiken-Sisseln (SMES). Für die Beförderung der Besucher von und zu den Anlagen hüben und drüben stehen zwei Kleinbusse der Feuerwehr Stein und des Zivilschutzes gratis zur Verfügung.

Etwa 1,8 Millionen Kubikmeter Abwasser werden jedes Jahr in der Kläranlage Bad Säckingen gereinigt. In dieser Menge enthalten ist auch die Schmutzwasserfracht des Abwasserverbands SMES mit den Betrieben Novartis und Syngenta. Seit 1979 leiten die Gemeinden Stein, welche keine Kläranlage hatte, und Münchwilen ihr Abwasser in die deutsche Nachbarschaft. Nach Angaben von Gemeindeammann Hansueli Bühler kamen im Jahr 1996 auch Eiken und Sisseln hinzu. «Es funktioniert bestens und die Zusammenarbeit ist sehr gut», hielt der Steiner Gemeindeammann fest.

SMES-Verbandspräsident Walter Zumstein, Vizeammann in Stein, lobte die gute Zusammenarbeit über die Grenze hinweg ebenfalls und machte darauf aufmerksam, dass am Abwassertag Kinder nur in Begleitung Erwachsener teilnehmen dürfen.

Erweiterung ist nötig

Im Zeitraum von 1995 bis 2000 wurde die Kläranlage Bad Säckingen umgebaut und auf einen vorschriftsgemässen Stand gebracht. Eine biologische und hydraulische Erweiterung wurde jedoch damals nicht ausgeführt. Nun hat eine Überprüfung ergeben, dass die hydraulischen Kapazitäten von 240 auf 395 Liter pro Sekunde erweitert werden müssen. Die Umsetzung sei «zwingend und nicht aufschiebbar, da ansonsten die Betriebsbewilligung erlischt», heisst es in den Versammlungsbotschaften der Gemeinden. Schliesslich soll das Wasser auch in Zukunft rein in den Rhein fliessen.

Auf deutscher Seite müssen zwei neue Regenrückhaltebecken gebaut sowie eine Druckleitung verlängert werden. Die Kosten in der Höhe von rund 4 Millionen Euro dafür gehen zulasten der Stadt Bad Säckingen. Doch es gibt auch Bau- und Anpassungskosten, die vom Schweizer Abwasserverband mitgetragen werden müssen. Diese belaufen sich auf rund 1,7 Millionen Euro. Rund 45 Prozent davon müssen die Verbandsgemeinden und die beiden Pharmafirmen übernehmen. Umgerechnet in Schweizer Franken bewilligten die Gemeindeversammlungen in Stein 335 000 Franken, in Sisseln 161 000, in Eiken 140 000 und in Münchwilen 110 000 Franken.