Rheinfelden
Aus dem Altersheim könnte in kurzer Zeit eine Asylunterkunft werden

Die Liegenschaft soll weder verkauft noch soll das Gebäude unterteilt werden. Die Abklärungen für ein neues Flüchtlingsheim für unbegleitete Minderjährige werden intensiviert. In etwa zwei Monaten soll die Entscheidung gefallen sein.

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Das ehemalige Alters- und Pflegeheim Kloos an der Kaiserstrasse in Rheinfelden steht seit Mitte Januar leer.

Das ehemalige Alters- und Pflegeheim Kloos an der Kaiserstrasse in Rheinfelden steht seit Mitte Januar leer.

Dennis Kalt

Das Alters- und Pflegeheim Kloos in Rheinfelden steht seit Mitte Januar leer. Seit diesem Zeitpunkt stellt sich für die Stadt, der das Gebäude gehört, die Frage, wie die Liegenschaft genutzt werden soll – eine definitive Entscheidung lässt aber auf sich warten: «Ich denke, dass wir in ungefähr zwei Monaten wissen, was aus dem ehemaligen Alters- und Pflegeheim werden wird», sagt Franco Mazzi, Stadtammann von Rheinfelden.

Klar ist bisher, dass die Liegenschaft als Ganzes verpachtet werden soll und sowohl ein Verkauf als auch eine Aufsplittung in mehrere Gebäudeteile kein Thema darstellt. Laut Angaben von Stadtschreiber Roger Erdin wurden Mitte Januar mit fünf Interessenten – Firmen, Institutionen, Privatpersonen und dem Kanton – Gespräche zur Nutzung der Liegenschaft geführt. «Mittlerweile haben wir einige Ideen ad acta gelegt», sagt Mazzi.

Interne Arbeitsgruppe gebildet

Zwar sei noch kein definitiver Vorentscheid in der Nutzungsfrage gefallen, jedoch werden derzeit intensive Kontakte mit dem Kanton gepflegt, der im geschichtsträchtigen Haus an der Kaiserstrasse ein Heim für unbegleitete minderjährige Ausländer zwischen 12 und 16 Jahren errichten möchte. «Diese Lösung wäre am kurzfristigsten umzusetzen», sagt Mazzi.

Um dem Prüfungsauftrag einer Flüchtlingsunterkunft durch den Gemeinderat nachzukommen, wurde eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe unter der Leitung von Vizeammann Brigitte Rüedin gebildet, die sich aus der Polizei, der Kanzlei, der Liegenschaftsverwaltung, dem Sozialdienst sowie Vertretern der Schulen zusammensetzt. «Wir sind mit Vertretern des Kantons und einem sozialen Dienstleister zusammengesessen. Dabei wurden grundlegende Fragen erörtert und gegenseitige Erwartungen ausgetauscht», sagt Rüedin.

Im Gespräch für die Betreuung der Jugendlichen ist derzeit die Sozialfirma Trinamo. «Momentan werden die Leistungsvereinbarungen und das Betriebskonzept erarbeitet sowie die Mietverhältnisse und die Bewilligungs- und Beschulungssituation geklärt», sagt Balz Bruder, Mediensprecher beim Departement Gesundheit und Soziales, und fügt hinzu, dass im Laufe des kommenden Monats mit einer abschliessenden Klärung zu rechnen sei. Über die Anzahl der unbegleiteten minderjährigen Ausländer kann Rüedin deswegen noch keine konkreten Angaben machen. Im ehemalige Alters- und Pflegeheim Kloos waren 21 Senioren untergebracht.

Mit der Umwandlung des Alterszentrums in ein Flüchtlingsheim würde die Stadt Rheinfelden auf einen Schlag ihre aktuelle Aufnahmequote erfüllen. Kürzlich wurde diese von 41 auf 47 erhöht. Derzeit leben in Rheinfelden gemäss kantonaler Statistik 27 Asylsuchende: «Es kann sein, dass wir dann sogar kurzfristig mehr Flüchtlinge aufnehmen, als uns vom Kanton vorgegeben wird – die geforderte Aufnahmequote kann sich aber jederzeit weiter erhöhen», weiss Mazzi.

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