Kirschen
Augenschein in Fricktaler Anlage zeigt für «Chriesi» gute Ernteaussichten

Mit frühen Kirschensorten aus einigen Fricktaler Anbaugebieten wurde der Markt schon vor etwa zehn Tagen beliefert. Aber die Haupternte setzt erst in ungefähr zwei Wochen ein. Jedenfalls auf dem Unterwiedhof in Wegenstetten.

Walter Christen
Drucken
Teilen
Othmar Eicher vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg bei Gränichen erklärt die Fuktion der Kirschenfliegenfalle Marke Eigenbau
7 Bilder
Kirschenproduzent Adrian Schreiber in Wegenstetten
Kirschen in einer gedeckten Anlage in Wegenstetten
Erklärung der Schädlingsbekämpfung durch Othmar Eicher
Ertragstabelle wird von Othmar Eicher erklärt
André Steinacher aus Schupfart hat einen FrostGuard gekauft, der sich dieses Frühjahr bewährt hat
Augenschein in Fricktaler Anlage zeigt erfreuliche Ernteaussichten

Othmar Eicher vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg bei Gränichen erklärt die Fuktion der Kirschenfliegenfalle Marke Eigenbau

Walter Christen

Kirschenproduzent Adrian Schreiber erklärt bei einem Augenschein der Aargauer Zeitung erklärt: «Die meisten unserer frühen Sorten sind schon ziemlich rot. Bis in gut zwei Wochen sind sie dunkelbraun oder schwarz – dann sind sie köstlich und krönen jede Tafelrunde», sagt Schreiber. Aus vielen seiner Kirschen gibt es die beliebten «Swiss Kiss», die grösste Sorte hierzulande, mit einem Durchmesser von mindestens 28 Millimetern.

Der ganze Stolz der Bauernfamilie Schreiber ist die 2009 erstellte Kirschenanlage, die komplett überdeckt ist. So sind die Bäume – mitsamt den Früchten – vor Regen, Hagelschlag, zu viel Sonne, Vogelfrass und weitgehend auch von Schädlingsbefall geschützt. Familie Schreiber kann davon ausgehen, dass die Kultur während insgesamt 15 bis 20 Jahren einen schönen Ertrag abwirft.

Die Kirschenproduktion ist ein wichtiges Standbein im Landwirtschaftsbetrieb von Adrian und Claudia Schreiber, die beide tatkräftig von Adrians Eltern Willy und Christina sowie von der wertvollen Erntehelferin Ruth (Adrians Tante) unterstützt werden.

Kirschen Bäume benötigen etwa 8 bis 12 Liter Wasser pro Tag

Frische Kirschen sind ein Hochgenuss. Doch leider gibt es eine Reihe von Krankheiten und Schädlingen, die den Anbau von Kirschen beeinträchtigen können. Fruchtgrösse und Qualität hängen von vielen Faktoren ab. So kommt es auf den Fruchtbehang der Bäume an, aber auch auf deren Kronenaufbau, das Triebwachstum und die Bodenpflege. Nicht zu unterschätzen ist die Bewässerung der Kirschbäume. Othmar Eicher vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg in Gränichen kennt sich in diesem Bereich bestens aus: «Die Niederschlagsmenge in diesem Frühjahr ist sehr gering ausgefallen. In der heiklen Fruchtbildungsphase der Kirschen musste beziehungsweise muss der Wasserversorgung grosse Beachtung geschenkt werden. Denn immerhin beträgt der Bedarf pro Baum etwa 8 Liter und bei den sehr grossvolumigen Bäumen gar 12 Liter pro Baum und Tag.» Nach seinen Erfahrungen sind zusätzliche Wassergaben zwei Wochen vor der Ernte besonders effizient. Die Bäume haben Bedarf, weil ab 40 Tagen nach der Vollblüte die Fruchtgrösse in den folgenden drei Wochen rasch zunimmt und in den Wochen fünf und drei vor der Ernte bis 4 Millimeter pro Woche beträgt.» (chr)

250 Bäume unter Dach

40 Aren Tafelkirschen, das entspricht einer Zahl von zirka 250 Bäumen, sind gedeckt. Es handelt sich um Spindelbäume mit einer Stammhöhe von 60 bis 80 Zentimetern. «Schüttelkirschen haben wir auf 40 Bäumen; sie stehen auf 40 Aren. Dazu kommen noch 30 Hochstammbäume», so Adrian Schreiber.

Die mechanische Ernte erlaubteine wesentliche Effizienzsteigerung. Dies ganz im Gegensatz zu früher, als alle Kirschen von Hand geerntet wurden, die schönsten als Tafelkirschen verkauft und der Rest in der Brennerei landete. Bei der Handernte kann jemand pro Stunde etwa 12 Kilogramm Kirschen pflücken. Diese (teure) Handarbeit lohnt sich für Verwertungskirschen schon lange nicht mehr. Heute ermöglichen ein Seil um den Stamm und das am Traktor montierte Schüttelgerät das Abernten eines ganzen Kirschbaumes praktisch innert Sekunden.

Bei den Tafelkirschen fordert der Markt grosse, knackige und festfleischige Sorten, «damit können wir dienen», sagt Adrian Schreiber.

Haupternte im Juni und Juli

Wie steht es dieses Jahr mit den Preisen für die Produzenten? Martin Bürgi vom Früchtezentrum Basel hält fest, dass für die Klasse Extra Fr. 5.45 pro Kilo ausbezahlt werden. Am 19. Juni wird der Preis um 30 Rappen auf den Saisonpreis gesenkt. Die Haupternte sagte er für die Zeit vom 23. Juni bis 13. Juli voraus: «Dann gibt es die grossen Mengen.»