Stein

Aufklärungsarbeit eines Ex-Süchtigen

Ex-Drogenabhängiger Thomas Heller vom Verein Prävention Hautnah, überzeugte in der Schule Stein sowohl die Schüler der Oberstufe als auch die Eltern.

Ex-Drogenabhängiger Thomas Heller vom Verein Prävention Hautnah, überzeugte in der Schule Stein sowohl die Schüler der Oberstufe als auch die Eltern.

Thomas Heller orientierte an der Schule in Stein über Drogen, Präventionsmöglichkeiten und Alarmsignale. Da er selber als Jugendlicher abhängig gewesen war, sprach er aus eigener Erfahrung.

Thomas Heller vom Verein Prävention Hautnah, Thun, überzeugte in der Schule Stein sowohl die Schüler der Oberstufe als auch die Eltern am Informationsabend. Im Anschluss an einen Elternabend hatten diese nämlich Gelegenheit, sich ausführlich zum Thema Drogen zu informieren. Begrüsst wurden der Referent und die Eltern durch die Sozialarbeiterin der Schule Katharina Hundeck-Boudali. Thomas Heller ist glaubwürdig durch seine persönliche Lebensgeschichte, war er doch in seiner Jugendzeit selber drogenabhängig und war sogar im Gefängnis. Heute arbeitet er für den Verein Prävention Hautnah, der von zwei ehemaligen Drogenabhängigen gegründet wurde.

Jährlich werden rund 130 Veranstaltungen in Schulen, Pfarreien, Firmen und interessierten Institutionen durchgeführt. Wichtig sei primär eine sachliche Information. Die Jugendlichen müssten wissen, auf was sie sich einlassen. Es bringe nichts, Eltern und betroffene Jugendliche auszugrenzen. Man müsse aufzeigen, wo und wie man Hilfe bekommen kann, so Heller.

Thomas Heller erzählte zuerst, wie er als 14-jähriger Jugendlicher sich von Kollegen überreden liess, doch einmal Marihuana auszuprobieren. Es sei eine Tatsache, dass viele süchtige Jugendliche nicht genügend Geld hätten, um Drogen zu kaufen. So finanzieren sie ihre Sucht durch den Verkauf von Drogen. Das bedeutet, dass man Kollegen überredet, einmal Marihuana zu probieren. Aus eigener Erfahrung sagte er: «Man glaubt, man kann jederzeit wieder aufhören, sofern man nur will. Das ist jedoch nicht der Fall.» Oft gehe es sogar schnell vom Ausprobieren aus Neugier bis zum Süchtigwerden. Meist folgen später sogenannte härtere Drogen und man lande bei Heroin.

Alarmsignale erkennen

Viele beginnen auch mit Zigarettenrauchen und Alkohol ohne sich bewusst zu sein, dass auch dies der Beginn sein kann für eine lebenslängliche Abhängigkeit mit gesundheitlichen Folgen, so Heller weiter. Verbote und allzu autoritäre Erziehung nützten meist wenig. Es brauche Nestwärme und gegenseitiges Vertrauen. Viele Jugendliche erleben Ähnliches wie der Referent – gerade in der Pubertät, wo der Kontakt zu den Eltern oft weniger intensiv wird. Zudem hätten viele Erwachsene viel zu wenig Informationen über Drogen wie Marihuana, Haschisch, Thaistäbchen, Kokain, Heroin oder Ecstasy und die Langzeitfolgen.

Im Anschluss an den informativen Vortrag nutzten Eltern die Gelegenheit, persönliche Fragen zu stellen. Eine wichtige Frage war, wie man die ersten Anzeichen einer Drogensucht bei Jugendlichen erkennen könne. Alarmzeichen sind laut Thomas Heller «gerötete Augen». Aber auch ein Wechsel im bisherigen Freundeskreis und erhöhter Geldbedarf könnten Signale sein.

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