Mumpf
Auf Spurensuche in der Dorfgeschichte

Eine Ausstellung zeigt Artefakte zum 800-Jahre-Jubiläum von Mumpf.

Nadine Böni
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Die Museumskommission mit Gerhard Trottmann (links) präsentiert die Ausstellung «Die alten Mumpfer kommen».

Die Museumskommission mit Gerhard Trottmann (links) präsentiert die Ausstellung «Die alten Mumpfer kommen».

Nadine Böni

Gerhard Trottman bittet zum «ältesten Mumpfer» – es ist ein römischer Meilenstein, gefunden 1876 im Gemeindebann von Mumpf. Der 350-Kilo-Brocken steht derzeit im Saal in der Mehrzweckanlage Burgmatt; dort, wo am 1. Januar die Ausstellung «Die alten Mumpfer kommen» eröffnet wird.

Die fünfköpfige Museumskommission hat in einer rund einjährigen Spurensuche Dutzende Artefakte zusammengetragen – aus Museen, Archiven und gelegentlich von verstaubten Dachböden. «Es sind Gegenstände und Dokumente, die Zeugnis über den Werdegang unseres Dorfes ablegen», sagt Trottmann. Wie eben der römische Meilenstein.

Die Ausstellung bildet den Auftakt in das 800-Jahre-Jubiläum-Jahr des Dorfes, das in den kommenden Monaten mit verschiedenen Anlässen gefeiert wird. «Wir fanden, dass zu einem solchen Jubiläum auch Historisches und nicht nur Kulinarisches gehört», sagt Trottmann und lacht.

Das Mahl des Pfarrers

Die Ausstellung bietet ein breites Sammelsurium, angefangen bei Faustkeilen aus der Steinzeit bis hin zu Filmaufnahmen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Unter anderem zeigt die Kommission auch das Dorfrecht von 1535, das «damals wichtigste Dokument des Dorfes», wie Trottmann erklärt. Die 12-seitige Schrift, festgehalten auf Pergament, ruft unter anderem den Grenzverlauf Mumpfs in Erinnerung, macht Angaben zur Steuerpflicht – und zur Pflicht des «Kilchherrs», am Hilarientag zum «Haberen» zu laden. Es gab jeweils Speck, Bohnen, Rüben und Rindfleisch, Bier und roten sowie weissen Wein.

Aber nicht nur Dokumente und Gegenstände geben einen Überblick über die Mumpfer Dorfgeschichte. Einen Teil der Ausstellung hat die Museumskommission wichtigen oder bekannten Persönlichkeiten aus dem Dorf gewidmet. So stellt sie etwa Theophil Tschudy vor, Sohn des damaligen Mühlebetreibers. Er wurde Architekt und hat unter anderem das Zürcher Pfauentheater entworfen, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht.

Die Kommissionsmitglieder hätten bei ihrer Suche auch Hartnäckigkeit beweisen müssen, sagt Gerhard Trottmann. «An vielen Orten stiessen wir auf Wohlwollen, aber ab und an brauchte es auch ein mehrmaliges Nachfragen.» Es habe sich aber gelohnt. Bereits jetzt sind mehrere Anfragen von Heimweh-Mumpfern eingegangen, die eine Führung wünschen.

Ausstellung «Die alten Mumpfer kommen»: 1. Januar, 16 bis 19 Uhr, 2., 3., 6. und 7. Januar, 14 bis 18 Uhr, 9. Januar, 18 bis 20 Uhr sowie 10. Januar, 15 bis 19 Uhr in der Mehrzweckanlage Burgmatt.