Mettauertal
Auf nackten Sohlen durch den Wald: Das Baugesuch für den Barfusspfad

In Mettauertal liegt das Baugesuch der Ortsbürger für einen Barfusspfad öffentlich auf.

Hans Christof Wagner
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Auch über Baumstämme zu balancieren, könnte Teil des Barfusspfades werden.

Auch über Baumstämme zu balancieren, könnte Teil des Barfusspfades werden.

Getty Images

Von den Socken sein – im übertragenen Sinne steht das für begeistert, euphorisch, Feuer und Flamme sein. Das sind die Mettauertaler Ortsbürger, die von den Socken sein auch ganz wörtlich meinen: Am Mettauerberg wollen sie den ersten Barfusspfad der Gemeinde verwirklichen. Noch bis 30. November liegt das Baugesuch der Ortsbürgergemeinde öffentlich im Gemeindehaus in Mettau auf.

Förster Fabian Bugmann betreut das Projekt. «Der Anstoss dazu ist von verschiedenen Interessengruppen aus dem Dorf gekommen, vom Nordic-Walking-­Verein wie auch von der Waldspielgruppe», berichtet er. Der Forstbetrieb habe die Idee daraufhin näher unter die Lupe genommen und ausgearbeitet.

Bugmann zufolge wird der Barfusspfad am Schützenhaus rund 500 Meter lang werden und mit «allen Materialien ausgelegt sein, die der Forst so hergibt»: Tannenzapfen, Blätter, Nadeln, Moos, Rindenmulch, Baumstämme und Holzhackschnitzel. «Wir können uns auch eine Station vorstellen, die mit Lehm und Schlamm versehen ist, dass man darin kneippen könnte», schwärmt der Forstbetriebsleiter über die Möglichkeiten. Auf die Frage nach der Zielgruppe des Freizeitangebotes antwortet Bugmann: «Eigentlich alle, von Jung bis Alt, vom Einheimischen bis zum Touristen.»

Befreiung von den ­einengenden Tretern

Der Pfad soll den nackten Füssen einen Sinnescocktail bieten– von weich bis hart, von flauschig bis spitz, von angenehm bis reizend. Der Appell: Runter mit Schuhen und Socken, befreit euch von den einengenden Tretern, erdet euch neu. Auf dass man, bar der Profilsohle, wieder Muskeln spürt, dort, wo man schon keine mehr vermutet hatte. Es ist Fussreflexzonenmassage im Vorbeigehen und das auch noch gratis. «Wir wollen, dass die Menschen mit dem Pfad die Natur auf neue Art erspüren», formuliert es Bugmann. Damit die Hemmschwelle zur Benutzung sinkt, ist am Mettauertaler Barfusspfad auch eine Fusswaschstation vorgesehen. Während die Barfussgänger unterwegs sind, können sie Schuhe und Socken in einem Gestell deponieren.

Möglich macht das neue Projekt im Mettauertal die Zusage seitens des Atomkraftwerks Leibstadt auf Fördergeld aus dem «Nachbarschaftsfonds». 18 000 Franken sind ­daraus versprochen. Keine Einsprachen vorausgesetzt, soll der Bau des Barfusspfades über den Winter erfolgen. Florian Bugmann: «Spätestens im Frühling soll alles bereit sein.»

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