Kupfer steht hoch im Kurs: Diebe dringen auf Firmengelände ein und laden Kabelrollen auf oder sie kappen kurzerhand die kupfernen Erdungsseile entlang von Bahnlinien. Dabei begeben sie sich in Lebensgefahr, denn die Kupferleitungen hängen in nächster Nähe des Fahrdrahtes, der unter einer Spannung von 15 000 Volt steht.

«Ermittlungen äusserst schwierig»

Erst kürzlich machte die Meldung die Runde, dass an der SBB-Strecke zwischen Hornussen und Zeihen fast 1500 Meter Erdungskabel demontiert wurden. Zum Abtransport kam es allerdings nicht, weil die Gauner offenbar gestört wurden.

Es gab einige weitere Fälle im Aargau, etwa den Diebstahl eines 660 Meter langen Erdungskabels an der Bahn im Fricktal, zwischen Zeiningen und Mumpf. Wert: 18 000 Franken.

Die Polizei vermutet, dass die Täterschaft aus dem angrenzenden Ausland stammt: «Daher sind die Ermittlungen äusserst schwierig und die Fahndungserfolge gering», sagte Bernhard Graser von der Kantonspolizei Aargau.

Gezielte Überwachung

Was tut die Bahn selber zur Eindämmung des Erdungsseil-Diebstahls? Antwort darauf erhielt die Aargauer Zeitung von Franziska Frey, Konzernmediensprecherin der SBB: «Im Verdachtsfall wird ein betreffendes Areal – nicht Bahnstrecken – gezielt durch die Transportpolizei beziehungsweise durch Sicherheitsdienste überwacht.»

Ausserdem hat die SBB bereits vor einigen Jahren diverse Präventivmassnahmen im Kampf gegen die Kupferdiebe ergriffen: «Wir halten den Lagerbestand an zugänglichem Kupfer möglichst klein. Kupfer wird eingeschlossen, sofern möglich, und nicht in offenen Bereichen/Arealen gelagert. Ausserdem werden Mitarbeitende sensibilisiert, verdächtige Beobachtungen sofort zu melden», sagte die Konzernmediensprecherin.

In den letzten Jahren sei ein durchschnittlicher jährlicher Schaden von gegen 200 000 Franken durch den Diebstahl von kupfernen Erdungskabeln entstanden. «Die Zahl blieb in den letzten Jahren stabil», so Franziska Frey.