Im Gasthaus Zur Blume brummt es an diesem Dienstagabend an den Tischen im Stübli. Die Gäste tauschen sich aus und stossen auf den Feierabend an. Viele sind regelmässige Besucher, andere sind gezielt wegen des Landammanns gekommen. Landammann Alex Hürzeler kommt rein, schüttelt Hände, begrüsst die Besucher an allen Tischen und setzt sich auf einen freien Stuhl in eine Männerrunde.

«Du bist ja noch ein ganz junger Bursche», scherzt einer in Anspielung auf Hürzelers Jahrgang 1965. Man kennt sich noch von früher, von Wettkämpfen der Turnvereine von Oeschgen und Magden.

Die Sorgen angehört

«Wir fühlen uns auf der sicheren Seite, aber das stimmt nicht. Es kann überall etwas passieren», heisst es mit besorgtem Blick auf die Nachbarländer. Hürzeler spricht sich für eine starke Polizei aus und verweist darauf, dass der Aargau im interkantonalen Vergleich wenig Polizeikräfte habe. Auf die Frage, ob er nach seiner dritten Legislaturperiode noch einmal zur Wahl antreten werde, weicht er aber aus. Er ist seit 2009 Regierungsrat. Scherzhaft meint er, dass vielleicht eine Begrenzung auf zwölf Jahre wie in anderen Kantonen nicht schlecht wäre, dann wüssten Wähler, Partei und der Betroffene selbst Bescheid.

«Im Prinzip wollen wir die Bedeutung der Stammtische erhalten, den Beizen das nötige Gewicht geben», erklärt Geri Keller, Vorstandsmitglied von «GastroAargau». Den Landammann-Stammtisch veranstaltet der Kanton seit 2011 zusammen mit dem Verband. Keller führt aus, dass Gaststätten gerade für Alleinstehende und Senioren wichtig seien, um soziale Kontakte wahrzunehmen. Ziel der gemeinsamen Aktion von Politik und Verband sei es, diese Rolle zu unterstreichen und dem Schliessen von Gaststätten entgegenzuwirken. Zur Freude der Besucher übernahm der Verband eine Runde für alle Gäste und liess an den Tischen Frikadellen und Wienerli mit Brot servieren.

Die Beiz als Treffpunkt

Beim Gespräch mit dem Landammann herrscht ein lockerer Ton. Die Menschen erzählen von ihrem Alltag und es wird viel gelacht. Dann werden die Themen wieder politisch und auch Fragen der nationalen Politik werden gestreift. Hürzeler hat einen hohen Redeanteil zu bewältigen, da sich unzählige Fragen an ihn richten. Er erzählt von seinem politischen Werdegang und der Arbeit als Vorsteher des Departements Bildung, Kultur und Sport. Dann verabschiedet sich Hürzeler wieder und wechselt an den nächsten Tisch.

Drei bis vier Stunden Zeit nimmt sich Hürzeler für den Stammtisch. Er meint, das komme dann drauf an, wie viel los sei und wie weit die Rückfahrt nach Oeschgen dauere. «Ich wollte immer ein Regierungsrat sein, der auch weiss, was das Volk denkt. Das ist ein hehrer Wunsch, aber im Alltag schwierig. Darum ist es wichtig, dass man auch auf Veranstaltungen vor Ort geht», sagt Hürzeler und fügt an: «Ich mache es auch gerne, weil ich den Stammtisch als öffentlichen Treffpunkt für enorm wichtig erachte.»