Rheinfelden
Auf Bunker vom zweiten Weltkrieg gestossen: Offene Gräben in der Altstadt

Für den Wärmeverbund Rheinfelden Mitte werden gegenwärtig die Leitungsgräben in der oberen Altstadt geöffnet. Die Zentrale in der Brauerei Feldschlösschen soll Ende März in Betrieb gehen. Vorgesehen ist eine Wärmeleistung von 6 Megawatt.

Stefan Gyr
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In der oberen Altstadt sind die Bauarbeiten in vollem Gange. In diesen Gräben werden die Fernwärmeleitungen verlegt.

In der oberen Altstadt sind die Bauarbeiten in vollem Gange. In diesen Gräben werden die Fernwärmeleitungen verlegt.

stg

Offene Leitungsgräben prägen gegenwärtig das Bild an der Bahnhofstrasse in Rheinfelden. Die Arbeiten für den Wärmeverbund Rheinfelden Mitte sind jetzt im oberen Teil der Altstadt angelangt. «Wir kommen jetzt in ein schwieriges Gebiet, wo mit Überraschungen zu rechnen ist», erklärte Projektleiter Franz Ressnig vom Stadtbauamt am Montag vor den Medien.

So ist man unter der Kapuzinerkirche und teilweise unter der Kapuzinergasse auf einen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg gestossen, der ein Hindernis für die Leitungsbauten ist. «Wir hoffen, der nicht mehr genutzte Bunker kann zurückgebaut werden», sagte Ressnig.

Die Bauarbeiten in diesem Gebiet sind laut dem Projektleiter aber auch deshalb anspruchsvoll, weil die Ver- und Entsorgung sowie der freie Zugang zu den Wohnungen und Häusern gewährleistet sein müssen.

An der Kapuziner-, Wasser- und Kirchgasse werden zudem gleichzeitig die Wasserleitungen ersetzt, weil sich gerade die Gelegenheit bietet, wie sich Ressnig ausdrückte. «Damit wollen wir die Versorgungssicherheit in der Altstadt erhöhen.»

Vier Monate in Verzug

Für den Wärmeverbund ist bereits die Fernleitung von der Brauerei Feldschlösschen bis zur Neuen Aargauer Bank erstellt worden, wie Jürg Frutiger von der AEW Energie AG erklärte. Die AEW Energie AG ist wie die Stadt zu 50 Prozent an der Wärmeverbund Rheinfelden Mitte AG beteiligt. Die Zentrale in der Brauerei Feldschlösschen, das Herzstück des Verbunds, solle Ende März in Betrieb gehen.

Die Arbeiten befinden sich allerdings nach Angaben von Frutiger vier Monate in Verzug. Weil die Preise im Tiefbau über dem Niveau des Kostenvoranschlags lagen, mussten die Arbeiten neu ausgeschrieben werden.

Erschwert werden die Bauarbeiten durch geologische Besonderheiten, wie Claus Dürr von der Projektverfasserin Gruneko AG ausführte. Man habe mit Wasser zu kämpfen, aber auch mit Felsnasen. In der Bahnhofstrasse seien die Bauarbeiter wie schon im vergangenen Jahr im Schützenweg auf harten Fels gestossen. Dadurch könne die Bauzeit verlängert werden.

Laut Dürr können die Bauarbeiten in der oberen Altstadt voraussichtlich Ende Mai abgeschlossen werden. Die neuen Wasserleitungen sollen im Sommer verlegt werden.

«Wir sind gut unterwegs»

Die Investitionen für den Wärmeverbund belaufen sich auf 15 Millionen Franken. Für den Verbund soll die Abwärme aus verschiedenen Produktionsprozessen und aus der Vorkläranlage der Feldschlösschen Getränke AG genutzt werden.

Geplant ist eine Wärmeleistung von 6 Megawatt. «Bis heute haben wir bereits über 80 Prozent der Anschlussleistung verkauft», erklärte Jürg Frutiger. «Wir sind gut unterwegs.»