Fricktal
Auf Baustellen wird geklaut, was nicht niet- und nagelfest ist

Bauunternehmen in der Region kämpfen mit Diebstählen. Dagegen machen können sie wenig – und die Massnahmen sind teuer.

Nadine Böni
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Von der Salmenpark-Baustelle klauten Diebe im Frühjahr Kupferkabel und Baustromverteiler. Fotos: nbo

Von der Salmenpark-Baustelle klauten Diebe im Frühjahr Kupferkabel und Baustromverteiler. Fotos: nbo

Nadine Böni

Geschichten über Diebstähle auf Baustellen können wohl die meisten Bauunternehmer erzählen. Das bestätigt eine Umfrage bei verschiedenen Unternehmen in der Region. Radiatoren dort, Küchenmöbel hier, Boiler da. Erst diese Woche haben Unbekannte in Laufenburg Gipsmischer, Rührmaschinen sowie Kompressoren von einer Baustelle geklaut. Wert der Geräte: 30'000 Franken. Es ist dies die jüngste Polizeimeldung aus der Region. Schon vor einigen Wochen wurden von der Salmenpark-Baustelle in Rheinfelden Kupferkabel und Baustromverteiler geklaut.

Den Bagger abtransportiert

«Das Thema Diebstahl auf Baustellen beschäftigt uns das ganze Jahr», sagt Claudio Ziegler von der Ziegler AG mit Standort in Sisseln. Er kann sich an einen Fall erinnern, bei dem Diebe einen 1,5 Tonnen schweren Bagger von einer Baustelle klauten. «Das war sicher ein extremes Beispiel», sagt Ziegler. Aber auch ohne solche Extremfälle belaufe sich der Schaden, der dem Unternehmen durch Diebstähle und Vandalismus entsteht pro Jahr auf rund 30'000 Franken. Nicht eingerechnet sindt darin der administrative Aufwand und die Ausfälle, die das Unternehmen hat.

Versicherungsschutz geniessen die Unternehmen ausserdem beschränkten: Versichert ist nur, was eingeschlossen ist (Einbruchdiebstahl) oder was fest mit dem Bau oder dem Gebäude verbunden ist (Bauwesenversicherung). «Von den Schäden zahlen wir 90 Prozent selber», sagt Ziegler.

Immerhin, gute Neuigkeiten hat Michael Haug, Geschäftsführer bei Ernst Frey: «Bei uns sind die Diebstähle seit gut einem Jahr etwas rückläufig.»

Gefahr am Wochenende

Aber auch er kann Anekdoten erzählen. Einen vollen, mobilen Dieseltank hätten Diebe vor einigen Jahren mitgenommen. Wobei sie dazu wohl einen Kranwagen und einen Lastwagen brauchten. «Die kriminelle Energie übersteigt manchmal unsere Vorstellung», sagt Haug. Genau das ist mit ein Grund, weshalb Massnahmen gegen Diebstähle so schwierig umzusetzen sind. «Grossbaustellen lassen sich nie so absperren, dass nicht reinkommt, wer unbedingt rein will», sagt Claudio Ziegler.

Besonders oft schlagen die Diebe zu, wenn auf einer Baustelle ein paar Tage nicht gearbeitet wird. Übers Wochenende oder an Feiertagen – und praktisch immer über Nacht. Die Angestellten würden deshalb angehalten, sämtliche Gerätschaften am Abend in die Mannschafts- oder Gerätecontainer zu versorgen und diese zu verschliessen, sagen Ziegler und Haug.

Teure Massnahmen

«Bei grossen Maschinen und Material ist das aber nicht möglich», sagt Michael Haug. Und die weiteren Massnahmen gegen Diebstähle sind teuer. Ein Sicherheitsdienst etwa, der Patrouillen-Gänge macht. Oder GPS-Sender für die teuren Maschinen. Damit könnten gestohlene Maschinen geortet werden. «Allerdings muss man sich immer fragen, wie hoch der Nutzen einer Massnahme im Verhältnis zu den Kosten ist», erklärt Haug.

Trotzdem seien die teuren Sender ein Thema – auch bei Ziegler. «Ich denke, dass Unternehmen in Zukunft vermehrt in diese Richtung investieren. Nicht bloss, um gestohlene Maschinen wieder zu finden, sondern auch für die Kostenberechnung», sagt Ziegler.