Laufenburg

Auf Augenhöhe: Vier Künstler mit Behinderung zeigen ihre Werke

Katrin Schröder-Meiburg, Daniel Waldner, Christiane Puppel und Rudolf Lüscher (v.l.) freuen sich auf die Ausstellung «Frida im Fluss».

Katrin Schröder-Meiburg, Daniel Waldner, Christiane Puppel und Rudolf Lüscher (v.l.) freuen sich auf die Ausstellung «Frida im Fluss».

Die Vernissage musste wegen dem Corona-Virus abgesagt werden; einem Museumsbesuch steht jedoch nichts im Wege: in der neuen Ausstellung im Laufenburger Rehmann-Museum zeigen vier Künstler mit einer Behinderung ihre Werke.

«Frida im Fluss» heisst die neue Ausstellung im Laufenburger Rehmann-Museum. Ab Samstag, 21.März, werden unter diesem Titel Bilder von Künstlern aus dem inklusiven Lörracher Atelier Frida ausgestellt. Wegen des Corona-Virus abgesagt ist dagegen die Vernissage der Ausstellung, die auf den Freitag, 20.März, terminiert war. Man wolle mit der Absage Risikogruppen schützen, so Stiftungsratspräsident und Geschäftsfüh­rer ad interim Rudolf Lüscher. Einem Museumsbesuch ab Samstag stehe aber, vorbehaltlich neuer Weisungen, nichts im Wege. Und man hoffe, dann wenigstens die Finissage am 28.Juni gebührend feiern zu können.

Lüscher zeigte sich überzeugt, «dass wir mit dieser Ausstellung im Museum einen tollen Frühling erleben werden». Den Verantwortlichen des Rehmann-Museums sei der Dialog ein grosses Anliegen und die Ausstellung von Künstlern mit einer Behinderung, die noch von Ute W.Gottschall, die das Museum jüngst verlassen hat, initiiert wurde, passe deshalb perfekt. Angedacht sind gemäss Lüscher während der Ausstellung auch verschiedene Workshops. Bereits fix terminiert ist auch eine Mittwochs-Matinee der Museen Basel.

Ein Atelier zur ­«Begabtenförderung»

Beim Atelier Frida handelt es sich um ein kleines Atelier des Vereins Lebenshilfe Lörrach. Unter Anleitung der Kunst­pädagogin Christiane Puppel entwickeln dort vier Menschen mit einer geistigen Behinderung ihr künstlerisches Potenzial. «Es handelt sich dabei um Begabtenförderung», betont Christiane Puppel. «Wichtig ist mir, die Eigenheit und den eigenen Stil der Künstler zu bewahren und ihnen gleichzeitig etwas beizubringen.»

Das Atelier Frida befinde sich absichtlich nicht bei den Werkstätten und Wohngruppen des Vereins, sondern inmitten von anderen Ateliers, so Katrin Schröder-Meiburg, Geschäftsleitungsmitglied des Vereins. Der Name ist angelehnt an die behinderte Künstlerin Frida Kahlo. Mittendrin in dieser Ateliergemeinschaft sei wichtig, betont Christiane Puppel. «Die anderen Künstler begegnen uns dabei auf Augenhöhe. Es findet ein Austausch statt», ergänzt Puppel.

Im Rehmann-Museum hat das Atelier Frida nun seine erste grosse eigene Ausstellung in der Schweiz. Gezeigt werden 46 Bilder von Peter Ehrlich, Simona Picone, Carmen Schäuble, ­Sandra Stankiewitz und dem bereits verstorbenen Oliver Nönninger. Feinsinnige Zeichnungen, architektonische Ansichten, abstrakte Bilder und expressive, grossformatige Frauenbilder wechseln sich ab. «Wir haben explizit auf diese Ausstellung hingearbeitet», so Puppel. So habe sie mit den Künstlern das Rehmann-Museum besucht und die Skulpturen des Bildhauers intensiv angeschaut. «So sind einige Bilder eigens für diese Ausstellung entstanden.»

Den Verantwortlichen des Rehmann-Museum windet sie dabei ein Kränzchen. «Es sind überhaupt keine Vorurteile da», so Christiane Puppel. Alleine schon die Anfrage aus Laufenburg sei eine Wertschätzung an die vier Künstler. Daniel Waldner, der technische Leiter des Museums, habe überdies mit seinen Inputs beim Arrangement der Bilder geholfen, und das Bistro Erwin’s, das zu den Museumsöffnungszeiten geöffnet ist, runde die angenehme Atmosphäre ab.

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Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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