Fricktal
Auf 65 Zentimetern Pergament ist das Tavernenrecht festgehalten

Die Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde präsentiert ihre neue Jahresschrift. Darin enthalten ist die komplette Abschrift eines Tavernenbriefs von 1653. Das Original befindet sich jetzt wieder dort, wo es erstellt wurde.

Peter Schütz
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Harald Scheuble, Carsten Quednow, Werner Fasolin und Adelheid Enderle (von links) mit dem Tavernenbrief des Gasthauses Adler von 1653.

Harald Scheuble, Carsten Quednow, Werner Fasolin und Adelheid Enderle (von links) mit dem Tavernenbrief des Gasthauses Adler von 1653.

Peter Schütz

Die Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde hat eine neue Jahresschrift. Sie enthält Beiträge unter anderem über die Steuerreform und Gemeindebannpläne des Fricktals aus dem 18. Jahrhundert, über Heinrich von Louffenberg oder die Einungen in der Kameralherrschaft „Grafschaft Hauenstein" im Breisgau.

Wechsel in der Redaktion

Sieben Autoren – Werner Rothweiler, Conradin von Planta, Rudolf Steiner, Heinrich Löffler, Joachim Rumpf, Werner Fasolin und Bruno Meyer – haben die Beiträge verfasst. Die Redaktion hatten zum letzten Mal nach 18 Jahren Werner Fasolin und Adelheid Enderle. Beide gehen quasi in den Ruhestand, werden dem Verein aber weiterhin erhalten bleiben. Fasolins und Enderles Nachfolger steht schon fest: Der Fricktaler Historiker Linus Hüsser wird künftig die Jahresschrift der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde redaktionell betreuen. Hüsser hatte der Vereinigung bis 2009 vier Jahre lang als Präsident vorgestanden.

Die Vorstellung der neuen Jahresschrift erfolgte am Donnerstag im Heimatmuseum Hotzenwald in Görwihl (D). Der Ort konnte nicht besser gewählt sein. Denn unter demselben Dach befindet sich das Gasthaus Adler – dasselbe Gasthaus, von dem ein so genannter Tavernenbrief aus dem Jahr 1653 existiert. Bis vor Kurzem befand er sich wohl verwahrt in Privatbesitz im Baselbiet. Wie er dorthin gelangt war, konnte weder Fasolin noch Adelheid Enderle erklären. Der frühere Besitzer hatte sie der Fricktalisch-Badischen Vereinigung mit dem Hinweis, dort sei sie besser aufgehoben, übergeben.

65 Zentimeter lange Pergamenturkunde

Die Pergamenturkunde hält das Tavernenrecht für Hans Huber von Görwihl fest. Sie ist geöffnet 65 Zentimeter lang. Werner Fasolin präsentierte sie am Donnerstag den Gästen, jedoch nicht mit der Absicht, sie wieder mitzunehmen. Er überreichte sie dem Bürgermeister von Görwihl, Carsten Quednow, und Harald Scheuble, dem Vorsitzenden des Fördervereins Heimatmuseum Hotzenwald. Somit ist die Schrift dorthin zurückgekehrt, wo sie einst erstellt worden war. Sie soll einen würdigen Platz im Museum finden.

Werner Fasolin nutzte die Gelegenheit, das Tavernenrecht in Zusammenhang mit einigen Texten aus den Beständen der Vereinigung zu setzen und dadurch Einblicke in das Alltagsleben in den Dorftavernen zu bieten. Und so kommen das Wirtshaus Zum Adler in Oeschgen und die Dorfwirtschaft in Wegenstetten zur Sprache. Klar, dass der Inhalt des Görwihler Tavernenbriefs in voller Länge – Vorder- und Rückseite – in der Jahresschrift enthalten ist. Ebenfalls Bestandteil des Heftes: der Jahresbericht des Fricktaler Museums in Rheinfelden mit einer Auflistung sämtlicher Schenkungen für den Museumsbestand.

Informationen zur Jahresschrift: Die Jahresschrift 2012, 86. Jahrgang, der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde kann im Internet unter www.fbvh.org bestellt werden.