Milchproduzenten aus Asp, Densbüren und Herznach haben in der JuraparkKäserei einen vollmundigen Halbhartkäse entwickelt. Er wird in kleinen Mengen handwerklich hergestellt und reift in einem kühlen, feuchten Felsenkeller heran. Die Käserei gehört zu den insgesamt 22 Produzenten regionaler Spezialitäten, die an der Genuss-Strasse im Jurapark Aargau liegen und besucht werden können. Ein weiteres Produkt der Genuss-Strasse ist zum Beispiel auch das Jurapark-Brot, das von sechs Bäckern der Region zusammen mit der Altbachmühle Wittnau entwickelt wurde.

2007 wurde die Genuss-Strasse vom Verein Dreiklang, der Vorgängerorganisation des Juraparks Aargau, ins Leben gerufen. In den letzten Jahren konnte der Jurapark Aargau unter der Projektleitung von Marion Sinniger die Genuss-Strasse weiterentwickeln, wobei insbesondere auch der touristische Wert der Genuss-Strasse über verschiedene Angebote mit hohem Erlebniswert erhöht wurde, wie Co-Geschäftsleiterin Christine Ziegler sagt.

«Die Idee hinter der Genuss-Strasse kommt der Philosophie des Juraparks sehr entgegen: Regionale Produzenten und Akteure wie Gastwirte und Dorfläden werden gefördert und vernetzt. Die Gäste haben über die Genuss-Strasse die Möglichkeit, authentische Regionalprodukte zu kosten und innovative Produzenten persönlich kennen zu lernen.»

Bekanntheitsgrad steigern

Auf 175 Kilometern verbindet die Genuss-Strasse 22 Produzenten und Weingüter, 15 Gastronomiebetriebe und vier Dorfläden, die regionale Lebensmittel herstellen, verarbeiten und verkaufen. Ausserdem geben die beteiligten Akteure Einblick in ihre Produktion. Wer beim Projekt Genuss-Strasse mitmachen will, muss gewisse Vorgaben bezüglich Regionalität erfüllen. Die Gastronomiebetriebe beispielsweise verwenden zahlreiche saisonale und regionale Zutaten aus der Region und beteiligen sich an mehrwöchigen Genuss-Strassen-Menüaktionen.

Zu den Gründern der Genuss-Strasse gehört Michel Schmid vom Landgasthof Krone in Wittnau. Welche Erfahrungen macht der Gastgeber mit der Genuss-Strasse? «Der Erfolg ist schwer messbar. Die einen Gäste kommen explizit über die Genuss-Strasse zu uns, andere sagen es nicht und geniessen das Angebot.» Steigerungspotenzial sieht Michel Schmid beim Bekanntheitsgrad der Genuss-Strasse, die ausserhalb des Kantons Aargau noch zu wenig bekannt sei. Weiter wünscht sich Michel Schmid eine noch engere Zusammenarbeit unter den verschiedenen Partnern. «Nach der Startphase hatten wir einige Abgänge und Wechsel. Mittlerweile sind wir ein konstantes Kreativ-Team.» Auf die Frage, ob sich Michel Schmid heute wieder der Genuss-Strasse anschliessen würde, meint er: «Wir würden es wieder tun.»

Als Regionalbetrieb positionieren

Seit 2015 ist auch Esther Villiger vom Restaurant Ochsen in Oberzeihen mit dabei. «Unser Lokal passt von der Philosophie her bestens in das Konzept der Genuss-Strasse, führen wir doch regionale Produkte wie etwa Weine oder Bio-Fleisch auf der Karte.»

Die Wirtin möchte sich durch das Engagement an der Genuss-Strasse als regionalem Betrieb positionieren und neue Gäste gewinnen. Was ihr die Teilnahme bringe, sei schwer messbar, meint Esther Villiger. «Die Genuss-Strasse ist einer von verschiedenen Faktoren, die zum Erfolg eines Betriebes beitragen können. Wir richten uns gezielt auch an Spaziergänger und Wanderer, deshalb sind wir vom Konzept der Genuss-Strasse überzeugt.»

Steigende Umsatztendenz

Die Idee dieses kulinarischen Projekts stösst laut Christine Ziegler auf positiven Anklang. Zum einen konnten zahlreiche neue Betriebe für eine Teilnahme gewonnen werden. Zum anderen entdecken zahlreiche Einzelpersonen und Gruppen die Angebote der Genuss-Strasse. Unter dem Titel Genuss-Reisen werden beispielsweise Geissen-Trekkings mit Biohof-Führung, Apéro und Weindegustation oder eine Tandemfahrt mit Überraschungs-Picknick und anschliessendem regionalem Menü im Genuss-Strassen-Restaurant angeboten.

«Wir können das Restaurantsterben nicht stoppen, doch wir können mit unseren Angeboten einen Mehrwert und somit auch eine Unterstützung für die ansässigen Betriebe bieten», sagt Christine Ziegler und zieht eine positive Bilanz. Die Menüaktionen und weiteren Angebote können eine steigende Nachfrage verzeichnen. Hinzu komme eine bessere Vernetzung untereinander.

Vermarktungsplattform

Vermarktet wird die Genuss-Strasse durch den Jurapark Aargau – zum Beispiel für Gruppenausflüge. Im Mai präsentiert sich der Jurapark Aarau am Pärke-Markt auf dem Bundesplatz in Bern, wo die Genuss-Strasse vorgestellt wird, wie Christine Ziegler sagt.

2015 lancierte der Jurapark zusammen mit den beteiligten Gastgebern eine Gutscheinaktion: Die sogenannten Genuss-Scheine können in den Gastronomiebetrieben der Genuss-Strasse eingelöst werden und sollen in Zukunft auch bei den Produzenten der Genuss-Strasse zum Einsatz kommen. Die Angebote werden dabei laufend weiterentwickelt und ergänzt.