Skisaison
Auch wenn gerade Schnee liegt: Die Skisaison fiel ins Wasser

In Wegenstetten standen die Schleppteller in diesem Winter still. Die Enttäuschung beim Turnverein ist gross, denn das neue Pistenfahrzeug kam nicht zum Einsatz.

Dennis Kalt
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Grün statt weiss

Grün statt weiss

Kalt und sonnig zeigte sich der Winter in den letzten Tagen. Ideales Wetter zum Skifahren. Doch auf der Piste am Föhrlimatt in Wegenstetten fehlt die wichtigste Zutat: der Schnee.

Der Skilift stand bisher in diesem Winter still. Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass dies bis zur Demontage der Liftbügel Anfang April so bleiben wird. Ist dies der Fall, ist es erst die vierte Skisaison, die nach 1983/84, 1989/90 und 2015/16 ins Wasser fällt.

«Die Enttäuschung ist schon gross», sagt Christoph Schreiber, Präsident des Spiel- und Turnvereins Wegenstetten. Der Verein ist der Betreiber des Skilifts. Enttäuscht ist der Verein auch vor dem Hintergrund der Saison 2016/17, in der er mit fünfzehn Tagen Pistenspass am Föhrlimatt verwöhnt wurde.

Dennoch sei man sich vor jeder Saison bewusst, dass die Hänge auch grün bleiben könnten. «Dass die Parameter Niederschlag und Temperatur in einer Höhenlage von gut 500 Metern so zusammenspielen, dass der Schneefall zum Skifahren ausreicht, ist fraglicher als bei anderen Skipisten, weil sie einfach höher liegen», so Schreiber.

In der Tat hatten die Wegenstetter mit Petrus Pech. Als Anfang und Mitte Januar die Niederschläge stark waren, war es zu mild. Und nun, wo die sibirische Kälte da ist, die Hänge am Föhrlimatt gefroren sind und nur einige Zentimeter Schnee reichen, um die Piste zu präparieren, fehlen die Niederschläge. «Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Es gab auch schon Saisons, in denen der Lift Mitte März noch lief», so Schreiber.

Neues Pistenfahrzeug gekauft

Etwas bitter für den STV ist auch, dass das neue Pistenfahrzeug, das man vor der Saison auf einem Autoanhänger aus dem Appenzell nach Wegenstetten transportiert hat, wohl in diesem Winter nicht mehr zum Einsatz kommen wird. «Einige Mitglieder sind ganz verrückt darauf, sich ans Steuer des Vehikels zu setzen und Gas zu geben», sagt Schreiber. Das 35 Jahre alte Raupen-Fahrzeug bezeichnet Schreiber als Schnäppchen. Es ersetzt den Traktor von Landwirt Stefan Schreiber, mit dem bisher die rund 600 Meter lange Piste gewalzt wurde.

«Wir können nun die Piste in einer besseren Qualität präparieren», begründet Christoph Schreiber die Anschaffung. Dies deshalb, weil bei der Zweitpräparierung der Piste die untere Schneeschicht unter der Last des Traktors immer wieder gebrochen sei. Mit dem etwa 1,5 Tonnen schweren Pistenfahrzeug, das rund zwei Tonnen leichter als der Traktor ist, wird dies nicht mehr so sein.

Aufwand für Betrieb zu hoch?

Doch wie hoch ist die Motivation für den STV überhaupt, Jahr für Jahr den Lift zu ölen, die Fangnetze aufzubauen, die Schleppteller zu montieren, die Einsatzpläne zu schreiben und das Material zu warten, in Zeiten, in denen die Klimaveränderung die Schneefallgrenze immer weiter nach oben drückt?

«Die Motivation liegt für uns darin, den Menschen einen Ort für ihr Hobby in der Nähe anzubieten. Dafür nehmen wir einige Stunden Arbeit gerne in Kauf – auch im Bewusstsein, dass diese Arbeit umsonst gewesen sein könnte», so Schreiber. In gewisser Weise sei man auch der Wegenstetter Skilift-Tradition verpflichtet, die vor 50 Jahren mit einem Pferdegespann begann.

Ausfall ist finanziell verkraftbar

Finanziell bedeutet der Ausfall der Einnahmen aus einer Skisaison – an einem guten Wochenende nimmt der Verein rund 2000 Franken ein – kein Aderlass. Zwar werden durch die Einnahmen der Skihütten-Kasse mitunter Vereinsanschaffungen wie Trainings-Anzüge oder Ausflüge ans Eidgenössische Turnerfest finanziert, der STV sei aber aufgrund der Durchführung diverser Veranstaltungen wie der Turnerabende oder dem Sommernachtfest finanziell gut aufgestellt. «Die Einnahmen durch den Ski-Lift sind nur ein Zubrot», sagt Schreiber.