Es ist für die Modellfluggruppe Fricktal bisher kein leichter Weg zum neuen Flugfeld. In der Fliegersprache ausgedrückt, wären es wohl gröbere Turbulenzen. Ende des vergangenen Jahres legte die Gruppe das Baugesuch für die geplante Start- und Landebahn nahe der Autobahn A3 bei Möhlin schon einmal auf, musste es aber kurze Zeit später zurückziehen – wegen Uneinigkeiten mit dem Besitzer der angrenzenden Parzelle.

Diese konnten aus der Welt geräumt werden, das Baugesuch wurde wieder eingereicht. Bis vergangene Woche lag es nun erneut auf. Und: Der Weg bleibt kein leichter, es drohen weitere Turbulenzen. Denn: «Gegen das Baugesuch gingen acht Einwendungen ein.» Das sagt Franz Böller, Leiter der Bauaufsicht bei der Gemeinde Möhlin, auf Anfrage der AZ. Einige der Einwendungen seien gleich von mehreren Personen unterschrieben worden.

Für die Modellfluggruppe kommt der Widerstand nicht überraschend. «Wir haben damit gerechnet, dass es Einwendungen aus der Bevölkerung gibt», sagt Präsident Tommy Bieri. Nachdem klar war, dass sie ihren bisherigen Standort in Rheinfelden verlassen müssen, investierten die Modellflieger viel Zeit und Aufwand in die Auswahl «eines nachhaltigen Standorts», wie Bieri sagt. Eine vereinsinterne, 14-köpfige Arbeitsgruppe hatte von Anfang 2016 bis Ende 2017 eine Standortevaluation erarbeitet. Im Umkreis von 15 Kilometern um Möhlin wurden 40 mögliche Standorte festgehalten und geprüft.

Naturschützer miteinbezogen

Miteinbezogen wurden dabei unter anderem Natur- und Vogelschutzvereine sowie Jagdgesellschaften. «Nicht zersiedelte und abseits gelegene Orte wie beispielsweise das Melerfeld und der Chriesiberg in Zuzgen stehen zwar in grösstmöglicher Entfernung zu Wohnzonen, sind aber zugunsten der öffentlichen Interessen wie Natur- und Landschaftsschutz freizuhalten», sagt Bieri. Die Bevölkerung bei der Standortauswahl gleichermassen zu berücksichtigen, sei zudem schwer umsetzbar, «weil die überprüften Standorte im unteren Fricktal grossräumig verteilt sind», erklärt Bieri. «Es war die geplante Vorgehensweise, dass wir bislang unbekannte, jedoch am Thema interessierte Gesprächspartner im Rahmen des Einwendungsverfahrens kennen lernen.»

Die AZ weiss: Einer der Hauptkritikpunkte in den Einwendungen ist die befürchtete Lärmbelastung durch die Modellflieger. Der Modellflug werde leider immer noch umgehend mit Lärm in Verbindung gesetzt, sagt Tommy Bieri.

«In Wohnzonen nicht hörbar»

Die Technik habe sich aber auch bei Modellflugzeugen weiterentwickelt. «Einfachere Handhabung, höhere Leistungsdichten und natürlich auch Umwelt- und Immissionsaspekte sind die Hintergründe für die heute mehrheitlich eingesetzten Elektromotoren», sagt er und fügt an: «Diese Flugzeuge sind vor Ort kaum hörbar und in den weiter entfernten Wohnzonen nicht hörbar.»

Die Modellfluggruppe hat nun rund einen Monat Zeit, eine Stellungnahme zu ihrem Vorhaben und den Einwendungen zu verfassen. Dann wird eine Einwendungsverhandlung anberaumt. Im Raum stehe, eine gemeinsame Verhandlung mit allen Einsprechern durchzuführen, sagt Franz Böller. Die Modellfluggruppe blickt dem Treffen zuversichtlich entgegen. «Es ist unser Ziel, den Einwendern aufzuzeigen, dass sie durch einen Modellflugplatz nicht beeinträchtigt werden», so Bieri.