Mehrere Gewerbevereine im Fricktal haben Mühe, Aussteller für ihre Gewerbeschauen zu finden. Ein Beispiel ist die Möhliner Gewerbeschau (Möga), an der rund 100 Betriebe ausstellen werden. OK-Mitglied Daniel Steck sagt: «Damit haben wir rund 20 Gewerbetreibende weniger als 2010.» Für diesen Rückgang nennt er zwei Gründe: Erstens führen viele Betriebe Sparmassnahmen durch, die sich vor allem in den Bereichen Werbung und Marketing niederschlagen.

Zweitens kommt hinzu, dass die Stände nicht mehr ehrenamtlich, sondern von Standbaufirmen gegen Bezahlung errichtet werden: «Dies macht die Standgebühren für die Gewerbetreibenden teurer und hat vermutlich den einen oder anderen von einer Teilnahme abgehalten», sagt Steck.

Kleinbetriebe haben es schwer

Auf der Steiner Mäss, die bereits im April mit 55 Ausstellern auf 5000 Quadratmetern stattfand, zeigte sich ein ähnliches Bild. OK-Präsident Johannes Oehler bezeichnet die Ausstellerzahl rückblickend auf die letzen Gewerbeschauen als schwankend mit leicht rückläufiger Tendenz. Als Erklärung gibt er hierfür an, dass es erstens insgesamt weniger Betriebe in der Region gibt und dass zweitens fast der komplette Detailhandel ausgestorben ist.

Dies spiegelt sich auch in den Branchen wieder, die an der Steiner Mäss präsent sind: «Aus den Bereichen Finanzen und Immobilien haben wir relativ viele Aussteller, kleine Handwerksbetriebe und Fachgeschäfte sind hingegen kaum vorhanden», sagt Oehler. Ein weiteres Problem: Kleinbetriebe haben oftmals nicht die personellen Ressourcen, um neben dem laufenden Geschäft noch auf einer Messe einen Stand zu unterhalten.

Für seine Gewerbearena 2014 konnte der Gewerbeverein Staffeleggtal 46 Aussteller gewinnen – 14 weniger als an der letzen Ausstellung 2009. «Ich habe den Eindruck, dass es heutzutage schwieriger ist, regionale Aussteller für Gewerbeschauen zu überreden», sagt Präsident Jürg Rubin. Eine eindeutige Ursache kann er dafür aber nicht ausmachen und fügt hinzu: «Wichtig für die nächste Ausstellung 2019 ist, dass es zwischen den regionalen Ausstellern und den Besuchern zu einem guten Austausch kommt. Dann ist es auch sekundär, ob wir 40 oder 60 Aussteller haben.»

Hela Laufenburg ist ausgebucht

Bei der Hela Laufeburg verhält es sich anders. Mit 42 Ausstellern ist sie bereits seit einigen Wochen ausgebucht – wie jedes Jahr. Dennoch sagt Messehallen-Chef Martin Essig: «Gerade im heimischen Gewerbe – Kaisten, Laufenburg, Sulz – könnte die Teilnahme noch etwas besser sein.» Dies ist jedoch sehr schwierig, schiebt er nach, weil viele Angestellte von heimischen Gewerbetreibenden selbst im Unterhaltungsprogramm oder der Organisation der Hela mitwirken. «Positiv ist, dass 80 Prozent der Aussteller jährlich wiederkommen. So müssen wir pro Jahr nur rund zehn neue Aussteller gewinnen», sagt Essig.