Nein, sie gehört ganz sicher nicht zu den Lieblingsaufgaben der meisten Fricktalerinnen und Fricktaler: die Steuererklärung. Alljährlich gilt es sie auszufüllen und per 31. März beim Steueramt einzureichen. Nur – das machen die wenigsten.

Eine Umfrage bei den Steuerämtern in der Region zeigt: Auch gut einen Monat nach Ablauf der Einreichungsfrist hat noch nicht einmal die Hälfte der Steuerpflichtigen ihre Erklärung abgegeben. Rund 40 Prozent sind es beispielsweise in Laufenburg; in Möhlin 44 Prozent; in Rheinfelden immerhin 46 Prozent. Spitzenreiter der befragten Steuerämter ist Gipf-Oberfrick. Hier haben über 47 Prozent die Steuererklärung ausgefüllt und abgegeben.

Nur jeder Dritte ist pünktlich

Die Fricktaler nehmen es also nicht all zu genau mit der Pünktlichkeit. Für die Beamten auf den Steuerämtern ist das allerdings nichts Neues. «Bei der Pünktlichkeit ist weder eine Zu- noch eine Abnahme festzustellen», sagt etwa Patrick Waldmeier, Leiter des regionalen Steueramts in Wallbach. «Der Eingang hat sich in den vergangenen Jahren in einem ähnlichen Rahmen bewegt», bestätigt Markus Baumann, Leiter des Steueramts Laufenburg. Und auch Kurt Weiss, Leiter des regionalen Steueramts Frick, sagt: «Die Quote ist seit ein paar Jahren stabil.»

Von einer «negativen Entwicklung» spricht hingegen Edwin Durrer, Leiter des Steueramts Kaiseraugst. Von den hier rund 3300 Steuerpflichtigen hat gerade einmal jeder Dritte seine Erklärung pünktlich per 31. März eingereicht. Viele stellten immerhin ein Fristverlängerungsgesuch. «Das Pflichtbewusstsein bei den Steuerpflichtigen nimmt ab», sagt Durrer. «Das Ausfüllen der Steuererklärung steht auf der persönlichen Prioritätenliste nicht am Anfang.»

Für Roger Müller, Leiter des Steueramts Hornussen, ist das sogar verständlich: «Für uns Beamte sind Steuererklärungen das tägliche Brot. Für die Bürger teilweise eine unangenehme, weil komplizierte Aufgabe.»

Für die Steuerämter sind die zu spät eintreffenden Erklärungen meist kein Problem – im Gegenteil: Einige sind gar froh, wenn nicht alle Steuererklärungen zur gleichen Zeit eintreffen. Das soll allerdings kein Aufruf zum Ignorieren der Frist sein. Denn spätestens im Juni verschicken die Ämter ein Erinnerungsschreiben. «Froh wären wir, wenn wir diesen administrativen Aufwand nicht hätten», sagt Roger Müller.

Im Herbst wird gebüsst

Aber er weiss: Das ist unrealistisch. Es gibt sie immer, diejenigen, die es ausreizen und gar eine Busse riskieren. Roland Döbeli, Leiter des Steueramts Gipf-Oberfrick, spricht von rund einem bis zwei Prozent der Steuerpflichtigen, die im Herbst mit der zweiten Mahnung gebüsst und schliesslich eingeschätzt werden müssen. Das sind allein in Gipf-Oberfrick über 20 Fälle.
Ihnen droht einerseits eine Busse, die je nach Einschätzung der Finanzkraft einige 1000 Franken betragen kann. Und andererseits die Einschätzung der Steuerkraft selber.

Deshalb sagt Döbeli: «Die Steuererklärung ist nicht nur eine Pflicht, sie ist auch ein Recht. Wer wenig verdient, zahlt wenig – sofern er die Steuererklärung ausfüllt.» Und wer die Erklärung früh einreicht, weiss auch früher, wie viel die definitive Veranlagung beträgt. Die Steuerämter gehen nämlich nach Eingangsdatum vor.