Möhlin
Auch Bier und Baubeschläge im Lager

Das Transportunternehmen Streck wurde einst im badischen Lörrach gegründet. Seit 1977 ist es in hauptsächlich in der Schweiz in Möhlin zuhause. Hier werden rund 25 000 Palettenstellplätze bewirtschaftet und jährlich über 400 000 Sendungen bewegt.

Peter Rombach
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Die Schweizer Zentrale von Streck Transport im Industriegebiet Möhlin: Die Unternehmensleitung hält an diesem Standortort fest. ach

Die Schweizer Zentrale von Streck Transport im Industriegebiet Möhlin: Die Unternehmensleitung hält an diesem Standortort fest. ach

Dass die aktuelle Euro-Krise am Transportunternehmen Streck in Möhlin nicht spurlos vorbei geht, räumt Geschäftsführer Manfred Haas ein: «Da wir teilweise in Euro fakturieren, hat dies natürlich Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis.» Kalkulationen und Tarife hätten der neuen Wechselkurssituation angepasst werden müssen.

Die markanten blauen Lastzüge mit gelbem Schriftzug von Streck Transport sind nicht nur in der Grenzregion tagtäglich zu beobachten, sie rollen auch europaweit. Allein in der Schweiz beschäftigt das Unternehmen knapp 400 Mitarbeitende in sechs Niederlassungen. Am Hauptsitz im Industriegebiet von Möhlin, wo in den vergangenen Jahren kräftig investiert wurde, laufen die organisatorischen und letztlich logistischen Fäden zusammen. Geschäftsführer Manfred Haas hält den Standort, der auch über einen Bahnanschluss verfügt, für ideal.

Das im südbadischen Lörrach gegründete Unternehmen wagte 1963 bereits den Sprung nach Basel, um ein Standbein in der Schweiz zu bekommen. Und 1977 erfolgte die Expansion in Richtung Möhlin, was Haas auch aus heutiger Sicht noch als den richtigen Schritt betrachtet.

Kein Wunder, denn in Möhlin ist trotz diverser baulicher Erweiterungen noch Land vorhanden, um den Standort fortentwickeln zu können. Zweifellos war es 1991 ein Kunstgriff und gleichzeitig ein Novum, die «rückwärtige Verzollung», wie es im Fachjargon heisst, einzuführen. Aber auch ein wichtiger Meilenstein für Streck, denn der Zoll war nun direkt beim Spediteur.

500000 Sendungen pro Jahr

Heute sind es rund 30 Schweizer Zollbedienstete, welche jährlich etwa rund 500 000 Sendungen abfertigen. «Hier ist das grösste Zollamt in der Region», freuen sich die Streck-Leute. «Das Unternehmen hat vorausschauend gehandelt», fühlt sich Manfred Schmittel, Marketingleiter, in dem einstigen Entscheid bestätigt, mit der Zollverwaltung zu kooperieren und ein neues Modell zu wagen.

Das 2006 eingeweihte Autobahnzollamt Rheinfelden brachte weitere Verbesserungen im grenzüberschreitenden Warenverkehr und erfüllte auch die Vision von einer grenznahen Anbindung ans Autobahnnetz. Der alte Rheinfelder Grenzübergang in Altstadtnähe war fast jeden Tag mit Lastwagen blockiert und somit für Speditionen zunehmend uninteressant. Weil Möhlin nahe am Autobahnanschluss in Richtung Bern-Luzern sowie in den Grossraum Zürich liegt, bekennt sich Streck zum Hauptsitz in der Schweiz.

25000 Plätze für Paletten

Hier werden rund 25 000 Palettenstellplätze bewirtschaftet und jährlich über 400 000 Sendungen bewegt. «Im Raum Zürich, in Untermiete, sind wir mit der verfügbaren Lagerfläche beengt. Dort werden wir deshalb investieren. Bereits 2011 haben wir in Flughafennähe ein Grundstück mit rund 20000 Quadratmetern gekauft und werden dort im Herbst 2012 den Spatenstich für eine neue Logistikanlage machen.» Streck wurde mit Stückgut-Transporten gross: In das Rhein- und Ruhrgebiet und in die Schweiz. «Wir haben uns zum Experten im internationalen und nationalen Landtransport entwickelt.» Streck bietet umfassende Lager- und Logistiklösungen an. «Die Logistik der Zukunft beinhaltet neben Import und Export im europäischen Feld auch weltweite Lösungen», erklärt Schmittel.

In der Schweiz existiert seit einigen Jahren ein eigenes nationales Netzwerk mit sechs Standorten, um die Leistung selbst zu erbringen. Die Güterverteilung im eigenen Netzwerk beinhaltet eine strategische Ausrichtung, um den Kunden auch auf dem letzten Kilometer die Waren zuzustellen. Die Waren reichen von Werkzeugen über Bier, Baubeschläge bis hin zu Schrauben, Fahrrädern und Getränken.

«Die Veränderung von Güterströmen haben wir registriert, um die Verteilung von Waren, die von rund um den Erdball stammen, zielgerichtet zu verteilen.» 84 Prozent der Kilometerleistung werden laut Streck mit Lastwagen der modernsten Motorenklassen absolviert, der Branchendurchschnitt liege bei 56.