Frick

Attraktives Zentrum: «Das Echo auf die Pläne ist gut»

So soll die Hauptstrasse künftig aussehen: Die Fussgängerstreifen bekommen eine Mittelinsel, zwischen den Fahrbahnen gibt es einen Mehrzweckstreifen. Visualisierung zvg

So soll die Hauptstrasse künftig aussehen: Die Fussgängerstreifen bekommen eine Mittelinsel, zwischen den Fahrbahnen gibt es einen Mehrzweckstreifen. Visualisierung zvg

Der Gemeinderat will das Fricker Dorfzentrum aufwerten – die Kosten und die Parkplätze werden zu reden geben.

Die Ansage ist klar: Die Hauptstrasse durch Frick soll aufgewertet werden. Zugunsten der Fussgänger, zugunsten der Lebensqualität. Dass dies bei rund 15 000 Fahrzeugen, die sich Tag für Tag durchs Dorf schlängeln, nicht ganz einfach ist, musste auch die achtköpfige Arbeitsgruppe feststellen, die der Gemeinderat im letzten Jahr eingesetzt hatte.

Die Frage war: Wie löst man den impliziten Interessenskonflikt zwischen (Durchgangs-)Verkehr und Lebensraum auf? Oder vielmehr: Lässt sich dieser Konflikt, dieser Gordische Knoten überhaupt lösen? Er lässt sich lösen, ist die Arbeitsgruppe überzeugt, und präsentierte Ende Juni ein Bündel von Entknotungs-Massnahmen (die AZ berichtete).

Neue Bushaltestelle

Kernstück des Konzepts sind ein Mehrzweckstreifen zwischen Bäckerei Kunz und Migros, eine zusätzliche Bushaltestelle im Mitteldorf, ein weiterer Fussgängerstreifen ebenda, Mittelinseln bei sämtlichen Fussgängerstreifen, ein neues Parkregime sowie eine schmalere Fahrbahn im Oberdorf.

Damit, so zeigt sich Gemeinderat Thomas Stöckli überzeugt, «bringen wir eine klare Aufwertung zugunsten der Fussgänger, der Aufenthaltsqualität und der Sicherheit hin». Leidtragender, wenn man so will, ist der Durchgangsverkehr. Das nehme man in Kauf, sagt Stöckli, denn der Durchgangsverkehr habe nicht erste Priorität.

Die Reaktionen auf das Konzept sind bislang mehrheitlich positiv. «Das Echo ist sehr gut», freut sich Stöckli. Bei einigen Frickern spüre er sogar eine leise Enttäuschung, dass nicht mehr möglich ist, dass man den Verkehr nicht aus dem Dorfzentrum hinausbringe. Das gehe aber leider nicht. «Wir schlagen im Konzept das vor, was in unserem engen Dorf möglich ist.»

Parkplätze als Knackpunkt

Mit einem Punkt allerdings sind die Gewerbetreibenden nicht sonderlich glücklich: mit der Parkplatzsituation. Heute gibt es entlang der Hauptstrasse rund 35 Parkplätze in der blauen Zone, künftig sollen es nur noch 25 sein. Zwar wurden diese mit dem neuen öffentlichen Parkplatz hinter «Rebstock» bereits kompensiert, doch in Zeiten, wo alles schnell gehen muss, halten viele Gewerbetreibende die Parkplätze entlang der Strasse – und damit direkt vor den Ladentüren – für «enorm wichtig», wie es Bäckermeister Markus Kunz Ende Juni gegenüber der AZ formulierte. Für ihn fallen vor allem die wegfallenden Parkplätze vor dem «Rebstock» ins Gewicht. «Das kostet mich 30 bis 50 Kunden pro Tag», sagt er.

Stöckli versteht die Kritik, ist aber überzeugt: «Ein Dorf, das ein attraktives Zentrum hat, ist wertvoller als ein paar Parkplätze.» Dank den Massnahmen könne die Lebens- und Aufenthaltsqualität im Dorf «deutlich erhöht» werden. Dafür müsse man hinnehmen, dass einige Parkplätze wegfallen.

Der Ball liegt derzeit beim Kanton. Denn die Aufwertungsmassnahmen sollen zeitgleich mit der anstehenden Sanierung der Hauptstrasse erfolgen – und hier ist der Kanton im Lead. Stöckli hofft, dass die Planung Ende Jahr anrollt.

Mit einer schnellen Umsetzung ist jedoch nicht zu rechnen. Die Planung braucht Zeit, und der Fricker Souverän muss die nötigen Kredite dann auch noch bewilligen. Dies wird der grosse Lackmustest für das Projekt sein, denn die Planer gehen derzeit von rund fünf Millionen Franken aus.

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