Frick
Asyldorf mit Ikea-Hütten: Baugesuch soll vor Weihnachten aufliegen

Der Kanton Aargau treibt seine im Oktober vorgestellten Pläne für ein Zentrum für bis zu 300 Asylbewerber in Frick voran. In zwei Hallen des ehemaligen A3-Werkplatzes sollen Selbstbau-Hütten der Ikea-Stiftung aufgestellt werden. Der Kanton will das Baugesuch noch vor Weihnachten auflegen.

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Innenansicht: 60 Ikea-Hütten will der Kanton im ehemaligen A3-Werkhof in Frick für Flüchtlinge aufstellen. (Archiv)

Innenansicht: 60 Ikea-Hütten will der Kanton im ehemaligen A3-Werkhof in Frick für Flüchtlinge aufstellen. (Archiv)

Alex Spichale

Das Werkhofareal soll befristet genutzt werden, teile das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) am Dienstag mit. Das Areal liege in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Die Gemeinde Frick sei mit einer befristeten Nutzung grundsätzlich einverstanden. Das Areal gehört dem Kanton Aargau, der dieses dem Bund früher abkaufte.

Der Kanton Aargau plant, ab Herbst 2017 mit der Umnutzung des Areals zu beginnen, damit der ehemalige A3-Werkhof Frick ab dem Frühjahr 2018 als neuer Standort des Kantonalen Katastropheneinsatzelements (KKE) und weiterer Partner im Bevölkerungsschutz bezogen werden kann. So bald mit diesem Bauprojekt gestartet werden könne, werde die temporäre Nutzung für die Unterbringung der Asylsuchenden beendet.

Aargau kauft 200 Ikea-Hütten

Der Kanton Aargau hatte angekündigt, er kaufe 200 Ikea-Hütten für Asylsuchende. Ein "Shelter for Refugees" kostet rund 1200 Franken. Zusammen mit einfachen Einrichtungen wie Bett und Schrank kommt ein Platz pro Person auf rund 500 Franken zu stehen.

Die Grundfläche von 17,5 Quadratmetern bietet eine Wohnfläche für fünf Personen. Der Unterstand wird, wie bei Ikea-Möbeln üblich, als Bausatz in zwei Kartons angeliefert. Der Aufbau einer Hütte dauert rund einen halben Tag.

Die Wände sind aus Plastik, das Dach aus Kunststoff. Die nicht heizbaren Hütten wurden als Ersatz für Zelte konzipiert. Sie verfügen über Strom, aber sonst über keine Infrastruktur.

Fahrplan liegt vorNach dem grundsätzlichen Einverständnis der Gemeinde Frick sowie Abklärungen und Absprachen mit verschiedenen Partnern liegt gemäss Kanton der Fahrplan für die Umsetzung des Projektes vor. Neben dem Baubewilligungsverfahren müssten auch Konzepte für Betreuung, Schulung, Beschäftigung, Sicherheit und Verkehr ausgearbeitet werden.

Ende Oktober stellte der Kanton die Plläne zum Asyldorf im Werkhof vor:

Innenansicht: 60 Ikea-Häuser will der Kanton im ehemaligen A3-Werkhof in Frick für Flüchtlinge aufstellen.
19 Bilder
Regierungsrätin Susanne Hochuli und Andreas Flückiger, Leiter Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz, Ende Oktober 2015 in einem IKEA-Shelter.
Ein Ikea-Haus von Aussen.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Susanne Hochuli zeigt den Medien, wie die Ikea-Häuser im Innern aussehen.
Ein Ikea-Haus im Innern.
Asyldorf in Frick mit Ikea-Häusern
Susanne Hochuli verlässt eines der Ikea-Häuser.
Blick in ein Ikea-Haus.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.
Impressionen vom A3-Werkhof in Frick.

Innenansicht: 60 Ikea-Häuser will der Kanton im ehemaligen A3-Werkhof in Frick für Flüchtlinge aufstellen.

Alex Spichale

Konkret plant der Kanton, in zwei Werkhallen rund 50 Ikea-Hütten aufzustellen. Vorgesehen ist eine gemischte Unterkunft: Familien und Männer sollen in getrennten Hallen untergebracht werden. Auch die Infrastrukturen sollen abgetrennt werden.

Weiter soll eine Einschulungsvorbereitungsklasse für die Kinder der asylsuchenden Familien eingerichtet werden. Damit könne die Schulung sichergestellt werden, ohne dass die Schulen Frick tangiert würden, hält das Departement Gesundheit und Soziales fest. Die private Firma ORS soll die Betreuung der Menschen vor Ort sicherstellen.

Zivilschutz-Zentrum als "Überlaufgefäss"

Im Fricktal könnte zudem bald eine weitere Unterbringungsmöglichkeit für Asylsuchende entstehen. Der kantonale Sozialdienst plant, die Infrastruktur des Zivilschutz-Zentrums in Eiken für diese Zwecke zu nutzen.

Wie Balz Bruder, der Sprecher des Departements Gesundheit und Soziales, gegenüber Radio Argovia sagte, soll dieses Zentrum im Sinne eines "Überlaufgefässes" benutzt werden, falls die Geschützten Operationsstellen in den Spitälern maximal belegt sind und zusätzlicher Unterbringungsbedarf bestehen sollte. (ga)