Frick

Asyldorf mit Ikea-Hütten: Kaum Kritik gegen Hochuli an Infoveranstaltung

Stefan Moll-Thissen, CEO ORS Service AG, Susanne Hochuli, Regierungsrätin, Stephan Campi, Generalsekretär, und Manolito Steiner, Projektleiter.

Stefan Moll-Thissen, CEO ORS Service AG, Susanne Hochuli, Regierungsrätin, Stephan Campi, Generalsekretär, und Manolito Steiner, Projektleiter.

180 Personen kamen an die Infoveranstaltung in Frick zum Asylunterkunft im ehemaligen A3-Werkhof. Das Baugesuch zur geplante Asylunterkunft im A3-Werkhof in Frick wird noch in dieser Woche eingereicht.

«Es ist nicht einfach und wir machen es uns nicht einfach», sagte Regierungsrätin Susanne Hochuli zur Situation bei der Unterbringung von Asylsuchenden im Kanton Aargau. Rund 180 Personen kamen zum Informationsabend in die Aula Ebnet in Frick.

Sie folgten den Ausführungen zur geplanten Asylunterkunft im ehemaligen A3-Werkhof sachlich interessiert. Kritik gegen das Projekt wurde von den Anwesenden kaum geäussert.

In Frick entsteht ein Dorf mit 60 Ikea-Hütten für Asylbewerber. (Tele M1, 29.10.2015 )

In Frick entsteht ein Dorf mit 60 Ikea-Hütten für Asylbewerber. (Tele M1, 29.10.2015 )

«Die Suche nach geeigneten Objekten für die Unterbringung von Asylsuchenden gestaltet sich schwierig», sagte Regierungsrätin Susanne Hochuli zu Beginn des Informationsabends. Umso mehr freue sie sich, dass mit dem ehemaligen A3-Werkhof ein Standort gefunden wurde, der sich für eine temporäre Nutzung eigne.

Spätestens ab Juli 2016 sollen dort 300 Asylsuchende in sogenannten «Shelters for Refugees», besser bekannt als Ikea-Häuser, eine temporäre Unterkunft finden.

Vereinbarung vor dem Abschluss

Erfreulich ist für Hochuli auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Frick, die sachlich und lösungsorientiert sei. Der Gemeinderat hatte sich bereits im Oktober mit dem Vorhaben auseinandergesetzt und sein grundsätzliches Einverständnis zum Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung geäussert.

Die Aargauer Sozialdirektorin Susanne Hochuli sagt, weshalb die Flüchtlinge ungleich verteilt sind, warum die unterirdische Unterbringung nur temporär und auch teurer ist.

Die Aargauer Sozialdirektorin Susanne Hochuli sagt, weshalb die Flüchtlinge ungleich verteilt sind, warum die unterirdische Unterbringung nur temporär und auch teurer ist.

Diese Vereinbarung steht nun kurz vor der Fertigstellung und soll dem Gemeinderat in Kürze vorgelegt werden. Das Baugesuch für die Zwischennutzung des Werkhofes wird bis Ende dieser Woche eingereicht.

Projektleiter Manolito Steiner erläuterte am Informationsanlass die baulichen Massnahmen innerhalb und ausserhalb des Werkhofareals. «Zur Grundinfrastruktur gehören Fussgängererschliessung, Elektrik, Wasser, Heizung, Brandschutz und Erdbebenertüchtigungsmassnahmen», sagt Steiner.

So sehen die Ikea-Hütten aus: 

In zwei Gebäuden werden, getrennt voneinander, 77 Ikea-Häuser für Familien und Einzelpersonen installiert. Hinzu kommen unter anderem Container für Küche, Nasszellen, Büroräume und Schule. Die Asylsuchenden werden sich das Werkhofareal mit Drittmietern teilen. Ausserdem wird auch das Werkhofpersonal weiter Zugang zu den Streusalzsilos benötigen.

Nach dem ordentlichen Baubewilligungsverfahren sollen spätestens im Juni 2016 die Umbauarbeiten beginnen. Betreut werden die 300 Asylsuchenden von rund 20 Mitarbeitern der ORS Service AG, einer Organisation, die sich auf die Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen spezialisiert hat.

Kurz und knapp: Die Ikea-Häuser für Flüchtlinge im Aargau in 33,33 Sekunden erklärt.

Kurz und knapp: Die Ikea-Häuser für Flüchtlinge im Aargau in 33,33 Sekunden erklärt.

«In der Asylunterkunft wird rund um die Uhr Personal anwesend sein», sagte CEO Stefan Moll-Thissen. Diese sind nicht nur für die Anliegen der Asylsuchenden zuständig, sondern fungieren auch als Ansprechpersonen für die Bevölkerung. Bei Fragen könne diese über eine eigens eingerichtete Hotline mit dem Leiterteam Kontakt aufnehmen.

«Unter den Asylsuchenden sind besonders viele Familien», sagte Moll-Thissen. «Die Kinder werden daher während rund sechs Monaten von Lehrern unterrichtet.» Einschulungen in Frick seien jedoch keine vorgesehen.

«Aus der Bevölkerung sind erfreulich viele Helferangebote eingegangen», sagte Moll-Thissen. Man werde daher zu gegebener Zeit eine Helferkonferenz durchführen. «Damit wollen wir die Einsätze koordinieren und vor allem nachhaltig aktivieren.»

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