Zur zweiten Versammlung des Helferkreises um die Laufenburger IG Asyl waren am Donnerstagabend wiederum 30 Interessierte ins reformierte Gemeindehaus gekommen, ähnlich viele wie bei der Premiere Ende August. Weitere seien zur Mitarbeit bereit, sie hätten sich nur aus Zeitmangel entschuldigen müssen, betonte Mit-Initiatorin Dora Freiermuth.

Dabei drängt die Zeit. Denn am 11. November – so hiess es – kommen die Asylsuchenden in Laufenburg an, die zur Unterbringung in der Geschützten Operationsstelle des Regionalspitals vorgesehen sind. Wie viele es sind, ist der IG aber nicht bekannt. Der Kanton, berichtete Regula Laux (auch sie ist bei der Helferinitiative federführend), wolle für diese Menschen einen oberirdischen Aufenthaltsraum schaffen.

Aufenthaltsraum im Schützen?

Dieser könnte im früheren Hotel Schützen entstehen. Stadtammann Herbert Weiss und Roland Juen, Leiter der Sektion Asyl im Departement Gesundheit und Soziales, hätten die infrage kommenden Räume schon besichtigt.

Asylunterkunft im Kantonsspital Aarau

Der Kanton will - nach Baden, Laufenburg und Muri - nun auch Flüchtlinge im Notspital Aarau einquartieren. (28.10.2015)

Die frühere Kegelbahn des Hotels und ein Nebenraum samt kleiner Küche, seien gross und von aussen gut zugänglich. Auch der Miteigentümer der Immobilie, ein Syrer, ist Laux zufolge offen und gesprächsbereit. Über die Höhe der Miete sei aber noch nicht verhandelt worden. Auch wer sie bezahle, Stadt oder Kanton, stehe noch nicht fest. Laux sagte, dass der Kanton den Aufenthaltsraum betreut wissen möchte.

Wer aber soll diese Betreuung übernehmen? Für die IG Asyl wäre es eine grosse logistische Herausforderung. Denn die um die Integration von Flüchtlingen bemühten Freiwilligen wollen auf vielen weiteren Feldern aktiv werden: Sie wollen die deutsche Sprache lehren, den Ausländern via Internet den Kontakt zur alten Heimat ermöglichen und sie vor allen Dingen sinnvoll beschäftigen – mit Sport, Gartenarbeit und handwerklichen Tätigkeiten.

Im Keller: So sieht es in dem unterirdischen Not-Spital in Muri aus.

Im Keller: So sieht es in dem unterirdischen Not-Spital in Muri aus. (29.7.2015)

Asylsuchende gegen Bezahlung in Privathaushalten arbeiten zu lassen, ist IG-Mitglied Benjamin Bieri zufolge aber nicht erlaubt. Die IG Asyl kann sich stattdessen alternative Entlöhnungen vorstellen – gemeinsame Feste, Einladungen zum Essen oder Ausflüge. Auch darüber, das Geld zwecks Finanzierung eigener Aktivitäten einzubehalten, beispielsweise einer Weihnachtsfeier, wurde am Abend diskutiert. Schliesslich müsse sich die Arbeit der Gruppe auch finanzieren.

Möbel aus der Brockenstube

Weil ihre Möglichkeiten begrenzt sind, soll sich eine der Arbeitsgruppen, die sich am Donnerstag konstituierten, der Sponsorensuche widmen. Wobei Unternehmen schon mit Erfolg gewonnen wurden. In der Bäckerei Maier können sich die momentan in der Stadt lebenden 30 jungen Eritreer gratis mit Brot vom Vortag eindecken – eine Initiative von Beatrice Burgherr vom früheren Frauenverein. Diese bot auch an, den geplanten Aufenthaltsraum im Schützen mit Möbeln und Einrichtungsgegenständen aus der Brockenstube zu versehen.

19.8.2015: Bezug der Asylunterkunft im Kantonsspital Baden.

19.8.2015: Bezug der Asylunterkunft im Kantonsspital Baden.