Fricktal

Asiatinnen suchen überfallartig nach Pilzen – Einheimische sind machtlos

Pilze dürften nicht organisiert gesammelt werden.

Pilze dürften nicht organisiert gesammelt werden.

Für den Kaiseraugster Pilzkontrolleur Hugo Dill ist 2013 eines der schlechtesten überhaupt. Mit Sorge schaut er zudem auf die Asiatinnen: Sie werden mit Bussen ins Fricktal gebracht und suchen dann das Fricktal systematisch nach Pilzen ab.

Es gibt doch tatsächlich Leute, die der Meinung sind, dass ein giftiger Pilz durch Braten oder Kochen geniessbar wird. Ein fataler Irrtum, wie die Aargauer Zeitung vom Kaiseraugster Pilzkontrolleur und Wildhüter Hugo Dill in Erfahrung bringen konnte: «Ein giftiger Pilz bleibt giftig. Den kann man zubereiten, wie man will.» Deshalb ist auf der sicheren Seite, wer sein Sammelgut von einem Kontrolleur begutachten lässt, der die geniessbaren von den ungeniessbaren Pilzen sehr wohl zu unterscheiden vermag.

Seit etwa 20 Jahren führt Hugo Dill in Kaiseraugst wöchentlich von Mai bis November die offiziellen Pilzkontrollen in der Turnhalle Dorf durch. «Das Pilzjahr 2013 ist als eines der schlechtesten einzustufen. Das Frühlingswetter war kalt und der Sommer extrem warm, was sich auf die Pilzflora negativ ausgewirkt hat. Erst im Oktober lief das Pilzjahr an. Dafür gibt es jetzt noch Pilze, aktuell etwa den Austernseitling oder das Stockschwämmchen», hielt der Pilzkontrolleur weiter fest.

Asiatinnen in Fricktaler Wäldern

Mit Unbehagen sieht Hugo Dill, wie Asiatinnen die Wälder in Kaiseraugst und Umgebung systematisch nach Pilzen absuchen: «Mit Fahrzeugen werden fast täglich Frauen aus der Stadt hierher gebracht – sechs bis acht Asiatinnen pro Bus. Dann durchkämmen sie vom Morgen bis zum Nachmittag, etwa sechs Stunden lang, gruppenweise die Wälder und sammeln Pilze.

Für die einheimischen Pilzliebhaber bleibt dann leider nicht mehr viel übrig. Vom Gesetz her gibt es anscheinend keine Handhabe gegen solche Machenschaften, weil bei uns für das Sammeln von Pilzen keine Gewichtslimite besteht.»

40 Kilo Pilze in 24 Kontrollen

Er hat insgesamt 24 Kontrollen durchgeführt. Gezeigt wurden ihm total 40 Kilo Pilze: «Von dieser Menge mussten 6 Kilo wegen Ungeniessbarkeit entsorgt werden. Im Sammelgut befanden sich ebenso zwei tödliche Pilze.» Glück für die Sammler, dass das geschulte Auge des Kontrolleurs die giftigen unter den Pilzen entdeckt hat. Damit er stets à jour bleibt, besucht er jedes Jahr Fortbildungskurse.

«Weil für mich Liestal näher ist, gehe ich dort hin und nicht auf die Liebegg im Aargau», verriet Hugo Dill, der in Notfällen auch für Spitaldiagnostik in Rheinfelden, Basel und Liestal gerufen wird. Er kommt also dann zum Einsatz, wenn es in einem Vergiftungsfall darum geht, herauszufinden, welche Pilze ein Patient zu sich genommen hat.

«Wer sammelt und seine Pilze kontrollieren lässt, ist um diese Dienstleistung froh. Die Leute sind auch einsichtig, wenn ich ungeniessbare Pilze in ihrem Sammelgut finde und reissen dann hoffentlich auf ihrer nächsten Tour nicht mehr jeden Pilz einfach ab», so Hugo Dill.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1