ASE-Fall
ASE-Anleger: So bestürmen Kunden die Kantonalbank

Ein 17-köpfiges Team der BKB soll Anfragen im Fall ASE bewältigen und Kunden-Dossiers schneller aushändigen. Doch die Bank ist dem Ansturm nicht gewachsen.

Iso Ambühl
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Eine Filiale der BKB (Archiv)

Eine Filiale der BKB (Archiv)

Keystone

Rund 500 Anleger bangen um ihre bei der ASE Investment AG in Frick investierten Gelder in geschätzter zwei - bis dreistelliger Millionen-Höhe. Die Staatsanwaltschaft in Aarau hat ein Strafverfahren wegen Verdachts auf Urkundenfälschung, ungetreue Geschäftsführung und eventuell Betrug eingeleitet. Der ASE-Geschäftsführer sitzt seit Ende April in Untersuchungshaft.

Was ist mit ihrem Geld geschehen? Gibt es Chancen, Beträge zurückzuerhalten? Diese bangen Fragen stellen sich die Anleger seit der Einleitung des Strafverfahrens. Sie bestürmen die Basler Kantonalbank, die als Depotbank der ASE Investment AG gewirkt hat. Sie fordern ihre Dossiers mit allen Kontoauszügen und Verträgen, um Hinweise zu erhalten, was mit ihrer Anlage geschehen ist.

Doch die Bank ist dem Ansturm nicht gewachsen. «Ich warte seit Ende April auf meine Kontoauszüge», sagt ein Anleger. Ein anderer schimpft, dass er sein unvollständiges Dossier anonym ohne Begleitbrief erhalten habe. Ein Vermittler bestätigt, dass mehrere seiner Kunden immer noch auf Post von der BKB warten.

Die Wut der Anleger

Ein internes Team der Bank von 17 Personen soll jetzt helfen, den Ansturm zu bewältigen. «Die BKB nimmt die Anfragen von Kunden sehr ernst», sagt BKB-Sprecher Michael Buess. Aufgrund der Fülle an Daten – die von einzelnen Kunden eingeforderten Datenreihen reichten teils bis ins Jahr 1998 zurück – gestalte sich die Aufarbeitung der entsprechenden Dokumente teilweise als aufwändig und zeitintensiv, sagt Buess. Die Unterlagen sollen den Kunden vollständig überreicht werden. Zudem soll das Bankgeheimnis nicht verletzt werden. Darum müssen etwa auf Sammelzahlungsaufträgen der ASE die Namen anderer Kunden eingeschwärzt werden.

Die Wut der Anleger auf die BKB kommt auch daher, dass sie auf die staatliche Bank als Depotbank vertrauten. Die BKB hat die ASE Investment AGzumindest in früheren Jahren geschätzt. So gab ein Mitglied der Direktion der Zürcher BKB-Filiale in einem Schreiben vom 31. März 2003 folgende Stellungsnahme ab: «Im Rahmen der Beziehungen unserer Bank zur ASE Investment AG konnten bisher keine Feststellungen gemacht werden, welche Zweifel an der Unabhängigkeit und der Seriosität der Tätigkeit der ASE Investment AG als Vermögensverwalterin aufkommen lassen könnten.»

Auch die BKB wird untersucht

Ob die Staatsbank im Bereich ASE Investment AG sauber gearbeitet hat, lässt sie derzeit von der Zürcher Anwaltskanzlei Bär & Karrer untersuchen. «Es liegt im Interesse der Bank, in diesem Dossier möglichst rasch Klarheit zu erhalten», sagt Buess. Wann die externe Studie vorliegt, ist noch offen.

Es ist aber auch so, dass die ASE Investment AG sich selbst an Präsentationen wie zum Beispiel am 20. Oktober 2005 in der Fürstlichen Weinkultur Stiftshalde in Hornussen AG vorstellte: «Es ist uns wichtig, dass Sie verstehen, wie mit Ihrem Geld gearbeitet wird», schrieb der ASE-Geschäftsführer in der Einladung. Als Themen waren unter anderem «Sicherheitsaspekte und Organisation» der ASE vorgesehen.

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