Stein-Säckingen
Asbest-Alarm bei den SBB: Geisterzüge stehen auch in Stein-Säckingen

Mindestens einer der 15 Personenwagen, welche am Bahnhof Stein-Säckingen auf die Verschrottung warten, darf keinesfalls betreten werden. Er könnte asbesthaltige Materialien enthalten.

Walter Christen
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Geisterzüge in Stein-Säckingen - Hier waren Sprayer am Werk
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Geisterzüge in Stein-Säckingen - Blick in einen schon ziemlich demolierten Personenwagen am Bahnhof Stein-Säckingen
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Alte Bau- und Montagewagen im Bahnhof Stein-Säckingen
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Vor dem Betreten dieses Wagens wird gewarnt
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Die Scheiben hielten den Vandalen nicht stand
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Zwischen zwei Geisterzügen haben Sprayer leere Dosen zurückgelassen
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Blick von einem Wagen in den anderen
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Der WM-Ball liegt vergessen neben dem Geleise
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Ein musikalischer Sprayer hat sein Rhythmusinstrument verloren
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Das Schild nicht hinauslehnen liegt neben einem Bahnwagen in Scherben neben dem Geleise
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Mit Hinweisschild Videoüberwachung, aber das war einmal
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Das Innere eines Bahnwagens mit zerstörter Deckenverkleidung und herunterhängender Dämmung
Asbest-Geisterzüge in Stein-Säckingen
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Unrat im Innern eines Personenwagens
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Von der Decke herunterhängende Dämmung in einem ausrangierten Personenwagen der SBB am Bahnhof Stein-Säckingen
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Blick zwischen zwei Geisterzugwagen auf das Nebengeleise mit einem weiteren Geisterzug
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Türen zu einem Personenwagen gesperrt
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Montage- und Güterwagen warten im Bahnhof Stein-Säckingen auf die Verschrottung
Geisterzüge in Stein-Säckingen - In tausend Stücke zerborstene Bahnwagenscheibe
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Das ist der alte Asbestwagen mit vergitterten Fenstern vom Perron des Bahnhof Stein-Säckingen aus gesehen
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Der asbestverseuchte alte Bahnwagen mit vergitterten Fenstern
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Hier haben Vandalen in einem Waggon gewütet
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Selbstkontrolle ist hier wohl nicht mehr nötig
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Die Wagen dieser beiden Geisterzüge dienten Sprayern für ihre Werke
Geisterzüge in Stein-Säckingen - Bau- und Montagewagen haben ausgedient

Geisterzüge in Stein-Säckingen - Hier waren Sprayer am Werk

Walter Christen

Die Verschrottung von ausrangierten SBB-Waggons gibt immer wieder zu reden und sorgt für Schlagzeilen. Jüngste Beispiele aus Bellinzona und Olten, wo beim Abwracken von Wagen Asbestspuren entdeckt wurden, belegen dies.

Es sind aber nicht nur Arbeiter, die sich der Gefahr aussetzen. Auch Sprayer leben gefährlich, wenn sie nachts beim Anbringen ihrer Graffitis auf altem Rollmaterial zwischendurch Eisenbahnwagen betreten, die asbestverseucht sind.

Gitter und Warnhinweise

Solche Geisterzüge stehen zum Beispiel auf Abstellgleisen im Bahnhof Stein-Säckingen. Mindestens einer der 15 Personenwagen, welche dort auf die Verschrottung warten, darf keinesfalls betreten werden. Es handelt sich um ein älteres Modell. Die Fenster sind vergittert und die Türen mit Warnhinweisen gepflastert: „Zutritt verboten! Dieser Wagen enthält Asbest! Decken sind teilweise geöffnet!" Und da ist genau die heikle Stelle, denn die Decken mancher Wagen sind früher mit asbesthaltiger Dämmung ausgestattet worden.

Wer sich in Bahnwagen aufhält, die zum Abbruch bestimmt sind, setzt seine Gesundheit dann aufs Spiel, wenn an asbesthaltigen Teilen gearbeitet wird. Denn durch Bohren, Fräsen und Schleifen freigesetzter Asbeststaub ist gefährlich.

Asbestzüge als Jugendtreff?

Die zur Verschrottung bereiten Waggons sind ein Thema. Wie steht es aber mit Bahnwagen, die zwar ausgemustert sind, aber immer noch im Einsatz sind als Schnellimbiss, Vereinslokal oder Jungendtreff? Ein solches Beispiel gibt es in Laufenburg, wo die Grenzüberschreitende Jugendarbeit im August 2006 von den SBB einen ausgedienten Gepäckwagen übernehmen konnte, der jetzt in Laufenburg Baden auf einem Schulhausplatz steht. Die Jugendlichen bauten das Innere des Waggons um, isolierten den Boden und verlegten Laminat, bohrten an den Türen Löcher und setzten neue Schlösser ein. Ausserdem wurde der Wagen frisch gestrichen.

Jugendleiter Balder Wentzel erinnert sich: „Dieser SBB-Wagen stammt aus den frühen 1970er-Jahren, und Asbest war ein Thema. Wir haben uns deswegen erkundigt, bevor wir den Post- beziehungsweise Packwagen - übrigens mit eingebauter Gefängniszelle - übernahmen. Uns wurde versichert, dass der Gepäckwagen asbestfrei sei. Von diesem Typ sind übrigens immer noch Exemplare im Verkehr; so habe ich persönlich schon welche auf Bahnstrecken im Tessin gesehen." So weit also Entwarnung für den Jugendtreff im Eisenbahnwagen. Nicht aber für die Geisterzüge am Bahnhof Stein-Säckingen, wo den anonymen Sprayern dringend davor abgeraten wird, sich im Bereich des alten Rollmaterials aufzuhalten.