Mindestens drei Lacher pro Minute sind rekordverdächtig. Rob Spence, in der Schweiz hängen gebliebener australischer Komiker, soll als einer der wenigen seiner Zunft diesen hohen Anspruch erfüllen. Das hiess es im Vorfeld der zweiten Ausgabe von «Comedy in Eiken» am Samstagabend.

Und noch mehr soll er können: Grandioses Masken- und Mimenspiel, Ladungen voller Gags, fast unheimliche Bühnenpräsenz – wo immer Rob Spence auftritt, sind Superlative im Spiel. Auch in Eiken hing die Latte hoch. Zumal der Eintritt für 55 Franken nicht gerade unter Niveau war.

Publikum als Spielpartner

Egal, gibt man ja nicht oft für einen einzigen Mann aus. Für einen Alleinunterhalter. Für einen, der sein Ding ohne technischen Firlefanz und Partner durchzieht. Dessen einziger Partner das Publikum ist. Das allerdings mitmachen muss. Gleich zu Beginn forderte Spence es im ausverkauften Kulturellen Saal zu kleiner Gymnastikübung auf: Hände in die Luft, «auch die Intellektuellen». Alle machten mit, der Bann war gebrochen, die grosse Lockerheit machte sich im Saal breit. Sie blieb bis zum Schluss.

Improvisation hat Platz

Rob Spence präsentierte sein neues Programm «Das Kängumuh» in zwei Sets. «Halb Australier, halb Schweizer, halb schlau» lautete die Losung. Spence machte sich flugs an die Arbeit, aber was heisst da Arbeit. Offenbar hatte der Allrounder selber viel Spass in Eiken, schäkerte herum, lachte ins Publikum, improvisierte gerne, um sogleich nahtlos in die gesetzten Sketche überzugehen.

Spence erwies sich als ausdauernder, charmanter, fast schon charismatischer Bühnenfreak, dem es leicht fiel, sein Publikum in den Bann zu ziehen.

Wenn er in schwarzem Hemd und schwarzer Hose, also völlig unauffällig, Witze erzählte oder sich in zeitlupenhafter Situationskomik vorwärts schlich, musste selbst dem letzten Zweifler klar werden: Der Typ ist richtig gut. Ein Original. Frech, aber auch schlau. Nicht halb, sondern voll schlau. Einer, der den Durchblick hat, daran aber nicht verzweifelt.

Ungebremste Heiterkeit

Sechs Jahre lang habe er in Lenzburg gelebt, berichtete er, «es hat nicht wehgetan». Obwohl dort so viel Nebel war, dass das Moos auf seinem Rücken zu wachsen begann. So habe er sich zu einer neuen Spezies entwickelt, zum Aargauer Nebelbewohner. Der in seinem Alter von 47 statistisch gesehen halb tot sei. Der eine Tochter hat, die in ihm einen Bankomaten sieht. Dessen Frau aufgrund der vielen Schuhe im Schrank mehr Tausendfüssler als Frau sein muss. Unter diesen Umständen war es natürlich schleierhaft, wie er zwei Stunden lang ungebremste Heiterkeit über Eiken auszuschütten vermochte.

Volltreffer der Organisatoren

Rob Spence konnte alles und jeden. Wenn er sich bewegte, und das tat er eigentlich immer, tat er es wie eine Kreuzung aus Gorilla, Wombat, homosexuellem Steward, Känguru und Vogel. Oft recht elegant, manchmal tollpatschig, gebeutelt, geknickt, entsetzt, was auch immer. Spence schonte sich nicht und niemanden sonst. Das Publikum geriet darüber aus dem Häuschen.

Klarer Fall: Das «Comedy in Eiken»-OK der Chinzhaldeschränzer hatte mit der Verpflichtung des «Swissaussies» einen Glücksgriff getan – Volltreffer in jeder Hinsicht. Oder wie der es ausdrücken würde: «Gruusig, aber lustig.»