Wie die az Aargauer Zeitung in ihrer Ausgabe vom 21. Januar exklusiv berichtete, sind im Rahmen der momentan eingestellten archäologischen Baubegleitungen der Erschliessungsarbeiten im Gänsacker in Frick neue und wiederum vielversprechende Funde entdeckt worden. Kantonsarchäologin Elisabeth Bleuer stellte am Wochenende fest: «Die jüngsten im Raum Gänsacker in Frick durchgeführten Untersuchungen bestätigen das Vorkommen einer römischen Siedlung im Kreuzungsbereich Hauptstrasse/Gänsacker.»

Differenzierteres Bild

Wann die zweite Etappe der Untersuchungen in Angriff genommen wird, steht noch nicht definitiv fest, dürfte aber nicht allzu lange auf sich warten lassen. Mit ziemlicher Sicherheit wird eine so genannte Flächengrabung ins Auge gefasst, kann doch anhand der ersten Abklärungen vor Ort davon ausgegangen werden, dass dort Teile einer Siedlung ans Tageslicht befördert werden können. Eine Flächengrabung würde deshalb das ganze, sich derzeit noch im Eigentum der Gemeinde Frick befindliche Feld umfassen.

Sollte eine Bebauung des Areals vorgesehen werden, wäre dieses vorgängig zu prüfen. Elisabeth Bleuer: «In diesem Fall besteht die Möglichkeit, ein grösseres zusammenhängendes Areal wissenschaftlich zu untersuchen. Man könnte somit ein differenziertes Bild der römischen Besiedlung in Frick entwerfen.»

Zeugen aus der römischen Vergangenheit wurden in Frick bisher vorwiegend bei einzelnen, meist kleinräumigen Baumassnahmen oder Erschliessungsarbeiten entdeckt. Die Freilegung und Dokumentation der Reste aus römischer Zeit erfolgte dabei meist baubegleitend, daher sind auch nur beschränkte Aussagen über die erfassten Strukturen und über die Besiedlungsgeschichte des Ortes möglich.

Nach heutigem Kenntnisstand erstreckte sich die römische Siedlung von der Schulstrasse bis zum Gänsacker, beidseitig der heutigen Hauptstrasse. Elisabeth Bleuer: «Bei den jüngsten archäologischen Untersuchungen deuten Mauerreste, Abbruchschuttschichten und eine befestigte Oberfläche darauf hin, dass ähnliche Strukturen im nördlichen Teil der unbebauten Areale entlang der Gänsackerstrasse zu erwarten sind.»

Eine Meldepflicht besteht

Sowohl diejenigen Gemeinden, in welchen archäologische Hinterlassenschaften entdeckt worden sind, als auch deren Finder werden übrigens vom Gesetzgeber aktiv in den Schutz der Erzeugnisse ihrer eigenen Kultur und Vergangenheit einbezogen. Sowohl für die Gemeinden als auch die Finder besteht eine Meldepflicht; dies auch bei Neuentdeckungen während Baumassnahmen. Wobei in solchen Fällen zusätzlich die Arbeit an den betroffenen Stellen unterbrochen und umgehend die Kantonsarchäologie informiert werden muss.

Die Archäologie erforscht die Vergangenheit des Menschen anhand der im Boden erhalten gebliebenen Hinterlassenschaften; sie ist damit in vielen Epochen einzige Informationsquelle über die Zivilisation.