Fricktal

Apfelbäume sind Brandherde - Feuerbrandkontrollen sind geplant

Wenn im Fricktal Bäume von Feuerbrand befallen sind, müssen sie gerodet werden.

Wenn im Fricktal Bäume von Feuerbrand befallen sind, müssen sie gerodet werden.

In den ersten Gemeinden beginnen die alljährlichen Feuerbrand-Kontrollen. Im Juli machen sich die Feuerbrandkontrolleure auf, um Hausgärten und öffentlichen Gartenanlagen auf Feuerbrand-Befall zu kontrollieren.

Der Feuerbrand ist eine hochansteckende und meldepflichtige Bakterienkrankheit. Laut Andi Distel, dem Leiter des kantonalen Pflanzenschutzdiensts werden vor allem Apfel-, Birn- oder Quittenbäume sowie Weissdorn und Cotoneaster vom Feuerbrand befallen. Aber auch bei anderen Zier- und Wildpflanzen kann er vorkommen.

Im Fricktal ist es vergleichsweise ruhig

«In den vergangenen Jahren gab es im Fricktal immer wieder vereinzelte Fälle von Feuerbrand», weiss Andi Distel. Die Bezirke Laufenburg und Rheinfelden gehörten deshalb zur sogenannten Einzelherdzone. Die südlichen Kantonsgebiete trifft es meist weit schlimmer. «Dort reden wir von der Befallszone», so Distel.

«Da es im Fricktal vergleichsweise ruhig ist, reicht eine jährliche Kontrolle in allen Gemeinden.» Grund für die unterschiedliche Verbreitung im Kanton Aargau ist die «unterschiedliche Dichte an Wirtspflanzen», so Distel. Sprich: Im Fricktal gibt es weniger Kernobstbäume als in anderen Teilen des Kantons.

Prognosen sind schwierig

Auch die Witterung spielt jeweils eine wichtige Rolle für den Ausbreitungsgrad von Feuerbrand. «Bis kurz vor Auffahrt war die Lage in diesem Jahr sehr entspannt», erklärt Andi Distel. «An Auffahrt aber war es heiss.» Weil dann die Wirtspflanzen noch in Blüte standen und darauf eine feuchte Periode folgte, «müssen wir doch mit Feuerbrand rechnen». Wo und wie stark er aber auftrete, sei schwierig zu prognostizieren, so der Leiter des kantonalen Pflanzenschutzdienstes.

Damit ein Befall möglichst rasch entdeckt werden kann, werden die Feuerbrandverantwortlichen in den Gemeinden jährlich geschult. Die diesjährigen Kurse wurden in den letzten Wochen abgeschlossen, die Kontrolleure sind also gewappnet. «Sie kennen zudem ihre Gemeinden bestens», so Distel, «und wissen, wo Wirtspflanzen wachsen, und legen bei ihren Kontrollgängen den Fokus darauf.»

Feuerbrandsymptome sind eine bis vier Wochen nach der Blüte der Wirtspflanzen sichtbar. «Befallene Blüten und Blätter welken und verfärben sich dunkelbraun bis schwarz und sterben ab», beschreibt Andi Distel ein Symptom. Die abgestorbenen Blätter blieben dann meist an der Pflanze hängen. Ein weiteres Symptom sind abgebogene Triebspitzen. Allerdings: Beide genannten Symptome können auch andere Ursachen haben. «Dieses Jahr könnte es sogar für die Profis schwierig werden», weiss Andi Distel. Eine Pilzkrankheit, die derzeitig häufig auftritt hat die selben Symptome.

Bei Befall heisst es: Roden

Entdecken die Kontrolleure verdächtige Bäume oder Pflanzen, wird ein weiterer Fachmann eingeschaltet und eine Probe genommen. Fürs Fricktal gilt dabei laut Andi Distel folgende Regel: «Bestätigt die Probe den Befall, muss der Baum oder die Pflanze gerodet werden.»

Laien, die in ihrem Garten verdächtige Symptome entdecken, sollten umgehend die Feuerbrandmeldestelle in der Gemeinde oder beim Kanton benachrichtigen. Zudem sollte vermieden werden, die Pflanzen zu berühren, da sich die Bakterien ansonsten weiterverbreiten können.

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