Wittnau

Apfel ist nicht gleich Apfel: Die Wittnauer erhalten die Bestnote

Astrid und Joe Bründler produzieren auf 685 Aren Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen und Aprikosen. Martha Liechti

Astrid und Joe Bründler produzieren auf 685 Aren Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen und Aprikosen. Martha Liechti

Joe und Astrid Bründler aus Wittnau gewinnen mit der Höchstnote den Qualitätswettbewerb für Obst. Sie führten einen Vorzeigebetrieb, heisst es von Seiten der Jury. Zu kämpfen haben alle Bauern mit der Kirschessigfliege.

Apfel ist nicht gleich Apfel. Der Verband Aargauer Obstproduzenten (VAOP) trägt mit dem alljährlich stattfindenden Qualitätswettbewerb zur Verbesserung der Obstproduktion bei. Zu schaffen macht den Produzenten die eingeschleppte Kirschessigfliege.

Frühe Apfelernte - viel Obst

Der Qualitätswettbewerb unter den Aargauer Tafelkernobstproduzenten wird schon seit vielen Jahren durchgeführt. «Wir möchten die Produzenten damit anspornen, Spitzenqualität zu produzieren» sagt Ruedi Neeser vom VAOP, der zusammen mit Markus Hunkeler von der Fachstelle Obst des Kantons Luzern im August die vierzehn angemeldeten Betriebe besucht und bewertet hat. Am vergangenen Mittwochabend fand das Absenden auf dem Siegerbetrieb von Astrid und Joe Bründler in Wittnau statt. «Es braucht viel, um die Höchstnote von 75.000 Punkten zu erlangen» lobte Neeser den Wittnauer Produzenten und attestierte ihm einen Vorzeigebetrieb.

Mit knapp drei Wochen Vorsprung gegenüber dem Vorjahr wird eine sehr gute Ernte erwartet. Die Schätzungen vom August für Tafeläpfel sind je nach Region rund 15 Prozent höher als im Vorjahr oder 10 Prozent höher als im Durchschnitt der letzten vier Jahre. Bei den Birnen hängt eine rund 16 Prozent höhere Früchtemenge an den Bäumen, aber immer noch rund 5 Prozent weniger als im mehrjährigen Durchschnitt.

Gefährliche Kirschessigfliege

Grossen Schaden richtet zurzeit die aus Asien eingeschleppte Kirschessigfliege an. Die am Ende der Ernte vom Regen aufgeplatzten Kirschen boten ein ideales Vermehrungsreservoir für den Schädling. Es entstand eine grosse Population, welche nun die reifen Zwetschgen anfliegt. Mehrere Tonnen Zwetschgen mussten bereits in der Biogasanlage entsorgt werden. Nun befürchten die Weinbauern, dass nach den Kirschen und Zwetschgen auch die Trauben befallen werden.

Für die Äpfel wird kein grosser Schaden befürchtet. Laut Othmar Eicher, Aargauer Obstbauberater am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg, sind nicht nur die Bauern, sondern auch die Hobbygärtner gefordert. Eicher empfiehlt, vollständig abzuernten und befallene Früchte und Beeren zu solarisieren, um die Fliege zu vernichten. Dazu gibt man das befallene Gut in einen Sack und stellt es fest verschlossen ein paar Tage an die Sonne. Experten hoffen auf einen sehr kalten Winter, welcher der Kirschessigfliege mit Minustemperaturen den Garaus macht.

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