Zeiningen
Anwohner wehrt sich gegen Einbahnstrasse – nun muss Kanton entscheiden

Gegen das geplante Einbahnregime in Zeiningens Mitteldorf ist eine Einsprache eingegangen. Gegenüber der az sagt der Einsprecher, was die Gründe für seinen Widerstand sind. Mit dem Gemeinderat hat er sich nicht einigen können.

Nadine Böni
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Im Mitteldorf will der Gemeinderat ein Einbahnregime einführen. Ein Anwohner wehrt sich allerdings dagegen. nbo

Im Mitteldorf will der Gemeinderat ein Einbahnregime einführen. Ein Anwohner wehrt sich allerdings dagegen. nbo

Der Zeininger Gemeinderat plante, das Mitteldorf neu zu gestalten. An der Wintergemeinde im Dezember 2012 legte er der Versammlung einen Verpflichtungskredit über 600 000 Franken vor für die «Strassensanierung Mitteldorf Ost mit Einbahnverkehrsführung und Brunnenplatzgestaltung». Im Rahmen der Sanierung der Mitteldorfbrücke sollten auch gleich die ramponierten Strassenabschnitte im Mitteldorf mit den Ausfahrten auf die Kantonsstrasse erneuert werden.

3 Kurzzeitparkplätze ...

... hat der Gemeinderat beim Brunnenplatz am Möhlinbach eingeplant. Damit solle verhindert werden, dass auf der Kreuzung wild parkiert würde, sagt Bauverwalter Trautwein. Und: Die Parkplätze seien ein Plus für das Gewerbe im Dorf.

Und: Der Gemeinderat schlug vor, im Strassen-U Einbahnverkehr einzuführen. So sollte das Mitteldorf nur noch von der Einfahrt bei der Bäckerei in Richtung Bachbrücke und umgekehrt von der Bachbrücke nur noch in Richtung Ausfahrt beim Unternehmen Almatechnik befahren werden dürfen. Die Fahrbahnbreite könne so reduziert werden, hiess es in der Botschaft. «Dadurch vereinfachen sich Anpassungen an privaten Grundstücken, es minimiert den Landerwerb und lässt Gestaltungsspielraum beim Brunnenplatz am Möhlinbach, bei Trottoirs und Parkplätzen zu.»

Brunnenplatz mit Parkplätzen

Beim Brunnenplatz sollte der grosse Brunnen – der seit Jahren bei der Bildhauerei und Steinwerk Weber in Röschenz steht, wo er restauriert wurde – einen neuen Standort erhalten. Inklusive Bäumen und Sitzgelegenheiten am Möhlinbach. Zusätzlich wären drei Kurzzeitparkplätze längs der Fahrbahn geplant gewesen. «Dadurch soll die Attraktivität der Dorfgeschäfte erhöht werden», sagt Bauverwalter Markus Trautwein.

Die Gemeinde bewilligte den Kredit schliesslich. Aber schon damals waren kritische Stimmen zur Einbahn aus der Bevölkerung zu hören. Und bei der Auflage des Baugesuchs ging eine Einsprache eines Anwohners gegen das Einbahnregime ein. Wenn die Mitteldorfbrücke im Oktober wieder eröffnet wird, wird die Einbahn denn auch nur den Abschnitt Bäckerei – Brücke betreffen. Der restliche Strassenteil werde provisorisch wie vor dem Brückenbau im Zweirichtungsverkehr geführt. Brunnenplatz, Parkplätze und Strassensanierung in diesem Abschnitt müssen warten.

«Es gibt sicherheitstechnisch keinen Grund, weshalb im Abschnitt zwischen Volg und der Abzweigung Im Gässli nicht Gegenverkehr gelten soll», sagt der Einsprecher auf Anfrage der az. Genau das habe er gefordert, ohne mit dem Gemeinderat eine Einigung zu finden. Der Einsprecher führt aus: Es sei nicht möglich, dass Lastwagen und Busse, die zu seinem Bauernbetrieb fahren müssen, aus dem Gässli nach rechts ins Mitteldorf abbiegen können, wie es mit dem Einbahnregime nötig wäre. «Die Ausfahrt ist dafür zu eng, das haben Tests gezeigt.»

Projekt wird verzögert

Den Vorschlag des Gemeinderats, dass er eine persönliche Sonderbewilligung bekomme, lehnte er ab. «Es bringt nichts, wenn ich die Einbahn verkehrt befahren darf, wenn es die Chauffeure der Cars und Heu- und Strohlieferanten nicht dürfen.» Auch bei einer späteren Überbauung wären die Bauphase und die Grundversorgung nicht möglich, so der Einsprecher.

Die Einsprache liegt nun bei der Rechtsabteilung des Departements für Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons. Wann mit einem Entscheid zu rechnen ist, bleibt offen. Bauverwalter Trautwein ist überzeugt, dass das Projekt doch noch umgesetzt werden kann, trotz Einsprache. «Es kommt einfach später, kostet mehr und wird Zeiningen wegen einer erneuten provisorischen Verkehrsführung nochmals Umtriebe bescheren», so Trautwein.

Den Vorwurf der Verzögerung weist der Einsprecher allerdings zurück: Die Einsprache sei nur mit der Publikation des Baugesuchs möglich – und dieses habe der Gemeinderat erst in diesem Frühjahr veröffentlicht, obwohl die Gemeindeversammlung den entsprechenden Kredit über 600 000 Franken bereits Ende 2012 bewilligte. «Wäre das Baugesuch damals publiziert worden, wäre die Einsprache nun schon behandelt.»