Am Donnerstagabend gegen 22 Uhr fuhr ein serbisches Paar auf der Hauptstrasse durch Sulz im Bezirk Laufenburg. Die heftigen Niederschläge haben den Dorfbach, der in einer Röhre unter der Strasse durchfliesst, zu einem reissenden Strom anwachsen lassen.

Etwas erhöht, gleich am Dorfbach wohnt die Familie Senn. Brigitte Senn erzählt der Aargauer Zeitung am Freitagmorgen, was sich in der vergangenen Nacht vor ihrem Haus abspielte: Ihr Töchter hätten plötzlichen geschrieben, dass ein Auto Im Dorfbach liege. Wie die Kantonspolizei später mitteilte, wurde das Auto kurz zuvor von der Strasse gerissen und in den Dorfbach geschwemmt.

In Sulz ertrank eine Frau in den Fluten.

In Sulz ertrank eine Frau in den Fluten.

Die Familie Senn eilte nach draussen. «Wir hörten, wie der Mann und die Frau an die Scheibe des verschlossenen Autos klopften.» Die Familie suchte zusammen mit den Nachbarn nach einem Hammer und Seilen, um das Ehepaar zu retten.

«Irgendwie konnten sie sich dann doch selber aus dem Auto befreien.» Sie seien aufs Heck des Auto geklettert, das aus dem Wasser ragte. «Wir dachten jetzt sind sie in Sicherheit», erinnert sich Brigitte Senn.

Feuerwehr half mit

In der Zwischenzeit waren Feuerwehr-Leute eingetroffen, die unterwegs waren zur Einsatzzentrale fuhren – viele Keller in Sulz waren zu dieser Zeit bereits überflutet, von überall kam das Wasser. Die Feuerwehrleute koordinierten dann die Rettungsaktion.

Die Anwohner warfen dem Ehepaar, das noch immer auf dem Autoheck sass, das Seil zu. Der Mann konnte es packen. Dann passierte es. «Ich schaute einen Augenblick weg. Als ich wieder hinschaute, war das Auto verschwunden.»

Die Wassermassen hatten es in die Röhre gesogen und auf der anderen Seite der Strasse wieder ausgespuckt. Der Mann tauchte kurz darauf aus den Fluten auf und konnte sich ans Ufer retten. Die Frau blieb verschwunden. Sie wurde weggeschwemmt. Um Mitternacht fanden sie die Rettungskräfte tot im dichten Gestrüpp am Bach.

Der gerettete Mann stand unter Schock und wurde später von der Polizei ins Spital Laufenburg gebracht. «Das alles ist sehr, sehr traurig», sagt Brigitte Senn, die letzte Nacht nur wenig schlief und am Morgen trotzdem zur Arbeit ging.