Eiken

Anweisung des Regierungsrats: Mobilfunkantenne darf gebaut werden

Bei Anwohnern des Landi-Gebäudes in Eiken herrscht Unmut über die «Zwangsbestrahlung».

Bei Anwohnern des Landi-Gebäudes in Eiken herrscht Unmut über die «Zwangsbestrahlung».

Die Aargauer Regierung hat den Entscheid des Eiker Gemeinderates gekippt. Dieser wollte keine Antenne von Salt auf dem Dach des Landi-Gebäudes. Nun erhält die Telekom-Firma die Baubewilligung dennoch.

Am 6. Februar gab der Eiker Gemeinderat bekannt, dass er das Gesuch des Mobilfunkanbieters Salt für eine Antenne auf dem Dach des Landi-Gebäudes abgelehnt hat. Zuvor waren gegen das Gesuch fünf Einwendungen eingegangen, die von fast 200 Personen unterzeichnet worden waren (die AZ berichtete). Entscheidend für die Ablehnung waren der Ortsbildschutz und die Lage im dicht bebauten Gebiet in der Nähe der Schule, wie Gemeindeschreiberin Käthy Wilhelm sagt.

Nun ist alles anders: «Der Regierungsrat hat die Beschwerde von Salt gutgeheissen und uns angewiesen, die Baubewilligung zu erteilen», sagt Wilhelm. Dies sei nun formell geschehen und man werde dies Anfang November auch publizieren.

Grenzwerte werden eingehalten

Bereits bekannt ist die Neuigkeit den Anwohnern, die Einsprache eingereicht hatten. Sie haben deshalb gegenüber der Landi auf eigenem Grundstück ein Transparent aufgestellt. Darauf sprechen sie von «Zwangsbestrahlung». In einem Leserbrief, den Gino Olivito im Namen der Anwohner verschickt hat, heisst es dazu, die Landi mute ihnen dies zu, obwohl noch keine Langzeitstudien über die Strahlenbelastung vorhanden seien.

Und es folgt die Frage: «Sind die Zusatzeinnahmen der Landi das gesundheitliche Risiko der Eiker Bevölkerung wert?» Auf Anfrage der AZ sagt Olivito, man wolle die Bevölkerung sensibilisieren und über den regierungsrätlichen Entscheid informieren. Das erklärte Ziel bleibe, dass die Landi vom Vertrag mit Salt zurücktrete «und Salt einen anderen Standort ausserhalb der Kernzone in Erwägung zieht».

Dazu dürfte es kaum kommen. Salt-Sprecherin Viola Lebel sagt, die Antenne sei wichtig für eine bessere Netzabdeckung. «Die weiteren Antennen sind vom Dorf zu weit entfernt, um eine gute Versorgung auf Langzeit zu garantieren.»

Und Hans-Jürg Fischer, stellvertretender Geschäftsführer der Landi-Frila, sagt namens der Geschäftsleitung, der Mietvertrag mit Salt beinhalte einen Zins im branchenüblichen Rahmen und sehe keine Möglichkeit eines einseitigen Vertragsrücktritts vor.

Er nennt drei Aspekte die aus Landi-Sicht für den Vertrag gesprochen haben: Eine bestehende Zusammenarbeit mit Salt in Sisseln, ein Standortvorteil für Eiken in puncto Netzabdeckung und die Gewissheit, dass ein Baubewilligungsverfahren folge.

Dass die Antenne nur gebaut werden dürfe, wenn der gesetzliche Rahmen eingehalten werde, «stand und steht für uns ausser Frage». Auf die rechtlichen Voraussetzungen verweist Regierungssprecher Peter Buri: «Da sich das Bauvorhaben als zonenkonform erwiesen hat, die umweltschutzrechtlichen Grenzwerte unbestrittenermassen eingehalten sind, keine besseren Standorte vorliegen und auch keine anderweitig überwiegenden Interessen entgegenstehen, erfolgte die Gutheissung der Beschwerde.»

Verwandtes Thema:

Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

Meistgesehen

Artboard 1