In der Region Bözberg im Aargauer Jura will die Nagra an acht möglichen Standorten Sondierbohrungen vornehmen. Am Dienstag reichte das Unternehmen die acht Gesuche ein.

Die Bohrplätze sind rund um ein 12 Quadratkilometer grosses Gebiet angelegt, das für ein atomares Endlager geeignet ist.

Je zwei der acht geplanten Bohrstandorte liegen auf dem Gemeindegebieten von Bözberg, Effingen und Remigen, je einer in den Gemeinden Riniken und Zeihen. Dieses Standortgebiet westlich von Brugg trägt den Namen Jura Ost.

Infogram: Sondierbohrungen Jura Ost

In Effingen ist man über die geplanten Bohrungen gar nicht erfreut. Gemeindeammann Andreas Thommen sagt gegenüber «Tele M1»: «Als Gemeinde können wir bei dieser Sache nur verlieren.»

Der Gemeindeammann des 612-Seelendorfs hegt Bedenken, dass die Bohrungen dem guten Ansehen der Gemeinde schaden könnten: «Wir haben die Reputation als schöne Gemeinde, wo die Menschen die Natur suchen. Ich fürchte um unseren guten Ruf», sagt Thommen.

Bis allerdings in den Untergrund vorgedrungen wird, dürfte es 2019 oder noch später werden. Das Bewilligungsverfahren läuft nach dem Kernenergierecht ab und ist hürdenreich. Für jedes der Bohrgesuche wird ein eigenes Bewilligungsverfahren durchgeführt.

April 2016: Wie die Nagra an der Jahresmedienkonferenz bekannt gab, wird der Bözberg auf ein mögliches Atomendlager untersucht.

April 2016: Wie die Nagra an der Jahresmedienkonferenz bekannt gab, wird der Bözberg auf ein mögliches Atomendlager untersucht.