Der Lastwagenfahrer, der im April 2012 einen E-Bike-Fahrer bei einem Zusammenstoss tödlich verletzt hatte, ist am Donnerstag in allen Anklagepunkten freigesprochen worden (Aargauer Zeitung berichtete). Der Chauffeur wollte von der Maria-Theresia-Gasse die Schulstrasse überqueren, um in die gegenüberliegende Geissgasse zu gelangen und sah den von dort kommenden E-Bike-Fahrer nicht.

Wegen Überfahrens einer Sicherheitslinie angeklagt

Neben dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung war der Chauffeur wegen Überfahrens einer Sicherheitslinie angeklagt. Dass der Lastwagen die Linie überfuhr, hatte zwar nichts mit dem tragischen Unfall zu tun, jedoch wurde dem Beschuldigten vorgeworfen, die Verkehrsübertretung vorsätzlich getan zu haben. Der Gerichtspräsident Beat Ackle sagte in der Verhandlung, dass es an dieser Stelle für einen Lastwagen wie denjenigen des Beschuldigten unmöglich sei, die Sicherheitslinie nicht zu überfahren.

Vor der Gerichtsverhandlung hatte die Kantonspolizei Aargau den Auftrag, die Szene mit dem Lastwagen an der Kreuzung nachzustellen. In den daraus entstandenen Videoaufnahmen ist laut Ackle klar ersichtlich, dass sich der Chauffeur nicht an die Verkehrsregeln halten konnte. «Will man sich an die Verkehrssignale halten, müsste man zwangsläufig auf das Trottoir ausweichen», so Ackle.

Der Platz zwischen Sicherheitslinie und Trottoir ist für einen Lastwagen zu knapp bemessen. Zudem ist das Trottoir nur durch eine Markierung und nicht mit einem Randstein von der Fahrbahn abgetrennt. Für Werner Bertschi, Chef der Regionalpolizei Oberes Fricktal ist klar, dass die Situation überprüft werden muss. «Wenn wir sehen, dass dort Handlungsbedarf besteht, müssen wir die Verkehrssignalisierung verbessern.»