Fricktal

An der veganen Waldspielgruppe scheiden sich die Geister

Die vegan geführte Waldspielgruppe in Meisterschwanden löste eine Diskussion aus.

Die vegan geführte Waldspielgruppe in Meisterschwanden löste eine Diskussion aus.

Bei den Fricktaler Waldspielgruppen kommt sowohl vegan als auch Fleisch auf den Teller. Die Leiterinnen bezeichnen die vegane Waldspielgruppe in Meisterschwanden als «doof», aber auch als «mutig».

Tee mit Agavendicksaft, Dreikönigskuchen mit Öl statt Eiern und Brennnesselchips – in Meisterschwanden hat Sabrina Hirt eine vegane Waldspielgruppe gegründet. Die Nachricht darüber hat in der Öffentlichkeit hohe Wellen geschlagen. Die AZ hat bei Waldspielgruppen im Fricktal nachgefragt, was sie von einer veganen Waldspielgruppe halten.

Andrea Böller, Leiterin der Waldspielgruppe Wurzelnäscht in Wölflinswil, lacht laut am Telefon, als sie nach ihrer Meinung zu der veganen Waldspielgruppe gefragt wird. «Das ist doof», sagt Böller, die findet, dass eine vegane Ernährung einfach zu viel ausschliesse, was die Natur in den hiesigen Breitengraden anbiete. «Ob eine vegane Ernährung für Kinder in diesem Alter überhaupt gesund ist, das ist noch mal eine andere Frage», so Böller.

Gut sei es hingegen, dass man den Kindern beibringe, dass man die Produkte, die im Wald wachsen, auch zu etwas Essbarem verarbeiten könne. «Bei uns hat es beispielsweise Bärlauch-Brötchen gegeben», sagt Böller. Um den Kindern dies zu vermitteln, sei es jedoch nicht notwendig, nur tierfreie Produkte auf den Speiseplan zu stellen.

Nach viel Kritik: ein Besuch in der veganen Waldspielgruppe in Meisterschwanden

Nach viel Kritik: ein Besuch in der veganen Waldspielgruppe in Meisterschwanden.

Melanie Knecht, Präsidentin des Vereins Megakids in Mettauertal und Gansingen, bezeichnet die Entscheidung, eine vegane Spielgruppe zu gründen, als mutig. «Vegan liegt im Trend. Wieso sollte man deswegen nicht auch ein entsprechendes Angebot aufziehen, wenn die Nachfrage besteht?» An einer veganen Spielgruppe sei nichts Verwerfliches dabei, sofern auch die Leiterin diese Ernährungsweise authentisch vertrete. Zudem stünde es den Eltern frei, ob sie ihre Kinder in solch einer Waldspielgruppe anmelden wollen.

Auf dem Grill wirds bunt

Wie in den meisten Fricktaler Spielgruppen üblich, bekommen die Eltern bei der Anmeldung ihres Kindes ein Formular, in das sie eintragen, was bei der Ernährung zu beachten ist. «Wir betreuen sowohl Kinder, deren Eltern Veganer sind, als auch Kinder, deren Eltern einen muslimischen Glauben haben, was sich auch auf dem Grill widerspiegelt», so Knecht. Beachtet werden müsse, dass man bei der Zubereitung zwischen den Würsten mit Schweinefleisch, dem Gemüse für die Veganer und den Rindsbratwürsten für die muslimischen Kinder genügend Platz beim Braten lasse.

Miriam Galbier, Leiterin der Naturspielgruppe der Heugümper Laufenburg, sagt, dass ein ausschliesslich veganes Speiseangebot nichts für ihre Waldspielgruppe sei. «Für mich gehört ab und an eine Wurst auf den Grill», sagt sie. Den Eltern stehe es frei, ihren Kindern das mitzugeben, was sie für richtig halten. «Wenn gegrillt wird, findet man neben Würsten auch beispielsweise Maiskolben oder Gemüsespiesse über dem Feuer», sagt Galbier. Daneben sei es wichtig, dass auch Produkte aus dem Wald angeboten werden. «Zum Znüni gibt es bei uns unter anderem Kräutertee auf dem Feuer, Bärlauch oder Buchenblätter und Marroni.»

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