Fasnacht im Fricktal

An der Grenze der Belastbarkeit: Warum die Sicherheitskosten steigen

Umzüge, Fasnachtspartys, Guggen-Konzerte – viele Anlässe sorgen für hohe Sicherheitskosten.

Umzüge, Fasnachtspartys, Guggen-Konzerte – viele Anlässe sorgen für hohe Sicherheitskosten.

Vereine und Organisatoren müssen während Fasnacht immer umfangreichere Vorgaben erfüllen. Das treibt die Ausgaben für die Sicherheit in die Höhe. Auch in Laufenburg und Rheinfelden gibt es dafür verschiedene Anlässe.

Die deutschen Fasnachtszünfte schlagen Alarm: Die Sicherheitskonzepte für Fasnachtsveranstaltungen werden immer teurer und bringen die Zünfte an die Grenzen ihrer finanziellen Belastbarkeit. Deshalb sollen die Kommunen mithelfen, die Kosten zu tragen. Das forderte Roland Wehrle, Präsident der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte, während der Hauptversammlung der Vereinigung im deutschen Pfullendorf.

Auch die Schweizer Fasnächtler sehen sich mit immer weiter steigenden Sicherheitskosten konfrontiert. Das zeigt eine Umfrage der AZ bei verschiedenen Organisatoren in den Fasnachtshochburgen. Insgesamt zahlen die befragten Organisatoren mehrere zehntausend Franken für die Sicherheit.

Über 7000 Franken etwa beträgt das Sicherheitsbudget allein bei der «Neon-Night» der Fasnachtzunft Ryburg in Möhlin. Die Veranstaltung findet dieses Jahr erst zum zweiten Mal statt, am Abend vor dem grossen Umzug am Fasnachtssonntag. Zuvor hatte die Zunft an diesem Abend jeweils einen Maskenball durchgeführt.

Sicherheitsleute im Einsatz

«Vor 15 Jahren noch konnten wir den Sicherheitsdienst selber übernehmen. Heute stehen fast ein Dutzend Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma im Einsatz», sagt OK-Präsident Michael Lieberherr. Das sei auch den höheren Vorschriften der Behörden geschuldet.

Aber nicht nur. Die Sicherheitsleute übernehmen heute die Eingangskontrolle und sind in der Festhalle sowie im Raucherbereich präsent. «Sollten Probleme entstehen, wissen sie dank ihrer Ausbildung und Erfahrung, wie sie damit umgehen müssen», sagt Lieberherr. «Wir wollen nicht, dass etwas passiert. Deshalb geben wir dieses Geld gerne aus.» Trotzdem ist der OK-Präsident der Gemeinde dankbar. Sie stellt unter anderem einen Brandschutz-Spray zur Verfügung und entlastet so das Budget. Mit dem Spray müssen sämtliche Dekorationen in der Halle behandelt werden, um sie schwer entflammbar zu machen – auch das ist eine Vorschrift, die kontrolliert wird.

Doppelte Vorschriften

Auch die Cliquen, die mit einem Wagen am grenzüberschreitenden Umzug in Rheinfelden teilnehmen, haben solche Vorschriften zu erfüllen. Und zwar von den Schweizer und den deutschen Behörden. «Das hat in der Vergangenheit schon für grössere Diskussionen gesorgt», sagt Dominik Brunner, der bei der Fasnachtsgesellschaft für Bau und Sicherheit zuständig ist. Erst in diesem Jahr stand das Thema wieder auf der Traktandenliste für die Generalversammlung. «Die Situation hat sich verschärft. Wir sind bei den Wagencliquen sicherlich im Bereich der Grenze des Machbaren angekommen, gerade beim Finanziellen», sagt Brunner. Er weiss von Gruppen, die sich überlegen, ob sich der Aufwand noch lohne.

«Es wäre tragisch, wenn Fasnachtsveranstaltungen wegen der Sicherheitskosten abgesagt werden müssten», sagt Roman Maier, Sicherheitschef bei der Städtlefasnacht in Laufenburg. Im Moment hält er dies aber nicht für ein realistisches Szenario, obwohl die Kosten auch hier gestiegen seien. Die Sicherheitskonzepte würden gemeinsam mit den Behörden laufend überarbeitet und angepasst, sagt Maier. «Wir können Synergien mit der deutschen Seite nutzen und profitieren davon.»

Stadt stellt Infrastruktur

Aber auch in Laufenburg gibt es Anlässe, die Sicherheitskosten in der Höhe von mehreren tausend Franken verursachen. Das grosse Guggen-Open-Air etwa. Dort sind jeweils rund 20 Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma im Einsatz. Direkt beteiligt sich die Stadt an diesen Kosten zwar nicht. «Sie unterstützt uns aber bei der Infrastruktur sehr», sagt Maier.

Der Sicherheitschef ist zuversichtlich, was die Zukunft angeht. «Ich glaube, dass sich die Kosten irgendwann auf einem verträglichen Niveau einpendeln werden.»

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