Rheinfelden

An der Fasnacht darf alles anders sein - selbst die Umzugsroute

Der grenzüberschreitende Fasnachtsumzug faszinierte über 15 000 Schaulustige. Unter dem Motto «Nit verzwiifle, auch langsam chunsch ans Ziel» schlängelte er sich von Deutschland in die Schweiz.

Trockenkaltes Wetter und leicht bewölkten Himmel lieben aktive Fasnächtler: Der grenzüberschreitende Fasnachtsumzug lieferte am Sonntag einmal mehr perfekte Shows. Er gilt als Rheinfelder Markenzeichen und Höhepunkt im Laufe einer aktionsreichen, turbulenten Kampagne, die mit ihren variantenreichen Events Närrinnen und Narren von beiderseits des Rheins fröhlich vereint. Dass nach 30 Jahren eine Neuerung auf die Traktandenliste kam, wirkte überraschend und spannend.

Diesmal startete die prächtige Narrenparade vom Oberrheinplatz im badischen Rheinfelden aus und bewegte sich später über die alte Rheinbrücke hinweg ins Zähringerstädtchen, passierte die historische Marktgasse und löste sich dann nach dem Obertor auf. Alles also mal seitenverkehrt.

Dies war ein starker Wunsch der Schweizer Fasnachtsgesellschaft (FGR) mit dem Ziel, das Narrentreiben in den eigenen Stadtmauern zu beleben, damit die Zeit bis zur abendlichen Uusbrüelete flotter zu gestalten und der «Restzeit» mehr Leben einzuhauchen, bevor Frau Fasnacht am Ende brennend den Rhein hinabschwimmt.

Kommentare auf beiden Seiten

Zweifellos handelt es sich bei solch einer Kehrtwende um eine noble Geste gegenüber der FGR-Präsidentin und Kulturstadträtin Béa Bieber, die letztmals an der Spitze agierte, weil sie die Verantwortung abgeben und ins zweite Glied zurücktreten möchte. In der Marktgasse kommentierte sie charmant und witzig die vorbei flanierenden Gruppen und gab interessante Hintergrundinfos zu Cliquen und Zünften.

Ob die Neuerung bezüglich Umzugsweg eine Zukunft hat, liess Biebers badisches Pendant, Oberzunftmeister Michael Birlin, noch offen. Schliesslich laufen in seinem Team die Fäden zusammen und garantieren eine effektive Regie.

Angesichts von rund 1800 Masken- und Hästrägern, die sich in knapp 60 Gruppen und Guggemusiken formierten, eine organisatorische und damit logistische Herausforderung.

Alle Musikvereine sind dabei

Auf eines ist Birlin besonders stolz, wie er am vergangenen «Schmutzige Dunschdig» schon im Südkurier-Interview unterstrichen hat: «Wir haben mehr Umzugswagen als sonst. Ferner sind alle Musikvereine der Stadt dabei.» Das diesjährige Fasnachtsmotto «Nit verzwiifle, auch langsam chunsch ans Ziel» garantierte, dass Hektik dem Treiben fernblieb.

Zwei Stunden lang bewegte sich die Parade vielbewundert und lautstark beklatscht durch beide Rheinfelden.

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