Die Fricktaler Liste des Poststellensterbens ist lang. Seit 2000 hat die Post 28 Poststellen geschlossen – zuletzt traf es diejenigen in Herznach und Mettau. Die Schliessungen begründet die Post mit einem Rückgang der Schaltergeschäfte. Der Anfang vom Ende wird zumeist mit einer «Überprüfung» durch die Post eingeleitet. Der Blick zurück zeigt: Keine Fricktaler Poststelle konnte einer Überprüfung in den letzten Jahren standhalten. Diese Woche änderte sich dies: Die Post entschied, die Poststelle in Magden bis mindestens Ende 2020 weiterzuführen.

In Gipf-Oberfrick wird die Poststelle seit rund 18 Monaten überprüft. Auch hier wehrt sich der Gemeinderat vehement gegen eine Schliessung. Der Blick nach Magden weckt in Regine Leutwyler Hoffnung. «Das ist ein Lichtblick», sagt sie. Man werde nun «hart mit der Post verhandeln». Die Post habe angekündigt, im nächsten Monat ein konkretes Angebot auf den Tisch zu legen. Akzeptabel für sie sei nur, wenn die Poststelle erhalten bliebe. Gegebenenfalls käme noch eine «kompetent bediente Agentur mit grosszügigen Öffnungszeiten» infrage.

Vor diesem Hintergrund ist für Leutwyler klar, dass der Dialog mit der Post abgebrochen wird, wenn das Angebot nicht passt. «Wir werden uns nicht scheuen, eine Überprüfung durch die PostCom zu fordern.» Leutwyler zieht Parallelen zu Magden, die auch die Aufrechterhaltung der Filiale in Gipf-Oberfrick rechtfertigten. «Die Postelle im Dorf wird ebenfalls von Einwohnern aus den umliegenden Ortschaften frequentiert, in denen es lediglich einen Hausservice gibt.» Sie spricht damit die Gemeinden Oberhof und Kienberg an, die zusammen auf rund 1100 Einwohner kommen. Zum Vergleich: In der Peripherie Magden sind dies mit Buus, Maisprach, Olsberg und Wintersingen rund 3000 Einwohner. Darüber hinaus dürfe nicht vergessen werden, dass es in Wittnau und Wölflinswil nur Agenturen mit Partnern gebe und die Poststelle in Gipf-Oberfrick auch von Einwohnern aus diesen Gemeinden frequentiert werde. «Es gibt sogar Leute aus Frick, die lieber in unsere Poststelle gehen, weil in Frick die Wartezeiten am Schalter sehr lang sein können», so Leutwyler.

Wie der Magdener Gemeindeammann André Schreyer argumentiert Leutwyler mit einer «unnötigen Belastung für das Verkehrsaufkommen», wenn die Poststelle geschlossen würde. Ein Gebiet mit rund 7000 Einwohnern müsste sich dann zur Post nach Frick hin orientieren. Dass sich bereits täglich 15 000 Autos über die Fricker Hauptstrasse quälen, weiss auch Leutwyler.

Die Post kann dem Vergleich, den Leutwyler mit Magden anstellt, nicht viel abgewinnen. «Die Ausgangslage in Gipf-Oberfrick präsentiert sich anders. Hier sind in umliegenden Gemeinden Filialen mit Partner in Betrieb. Das Angebot umfasst die täglich nachgefragten Postgeschäfte rund um Briefe und Pakete sowie Einzahlungen und Bezug von Bargeld. Dazu liegt Gipf-Oberfrick in sehr naher Distanz zu Frick», sagt Post-Sprecher Mirko Gentina.

Unterschiedliche Bedingungen

Auch die Kaiseraugster Postfiliale in der Liebrüti wird seit Mitte 2017 von der Post überprüft. Über den Magdener Entscheid weiss auch Gemeindepräsidentin Françoise Moser Bescheid. «Das freut mich natürlich für die Magdener», sagt sie. Grösser werde die Hoffnung deswegen jedoch nicht: «Die Rahmenbedingungen sind individuell.» Trotzdem werde sie sich für die Poststelle einsetzen. «In einem Wohnquartier, in dem aufgrund einer idealen Infrastruktur auch viele ältere Menschen wohnen, gehört eine bediente Poststelle zum Grundangebot», so Moser.