Zweimal im Jahr – im Advent und vor Ostern – herrscht auf dem Areal der Stiftung Menschen mit Behinderung im Fricktal (MBF) und in deren Gebäuden reges Treiben. Während es vor Weihnachten aber nur die in den dortigen Werkstätten entstandenen Artikel zu kaufen gibt, können Besucher im Frühling auch einen Blick in die Ateliers selbst werfen.

Um mit eigenen Augen zu sehen, wie die österliche Deko entsteht. Aber auch, um mit den Produzenten, eben Menschen mit Behinderung, ins Gespräch zu kommen. «Es ist schön, zu sehen, wie es unsere Bewohner stolz macht und mit Selbstvertrauen erfüllt, dass man Interesse an ihren Arbeiten zeigt und diese dann auch noch kaufen möchte», sagt Jean-Paul Schnegg.

Alles Unikate

Für den MBF-Geschäftsleiter soll der Ostermarkt zwei Aspekte erfüllen. Er soll dazu dienen, die im eigenen Haus entstandenen kreativen Arbeiten zu präsentieren und zu verkaufen. «Es geht aber noch mehr darum, einen Tag der offenen Tür zu veranstalten, Menschen ohne Behinderung aufzuzeigen, für was wir stehen, welchen Anspruch wir haben und was wir für unsere Arbeit benötigen», erklärt Schnegg.

Frühlings- und Ostermärkte gibt es viele in der Region. Doch der auf dem MBF-Gelände stellt sie, was Kreativität und Individualität betrifft, sämtlich in den Schatten. Was die am Samstag wieder zahlreich erschienenen Besucher dort erstanden, war nichts von der Stange, keine Massenware. Es sind stattdessen immer Unikate, in Design und Optik unverwechselbar und mit einem ganz eigenen Charme.

Kräutersetzlinge und Bio-Gemüse aus eigenem Anbau sowie selbst gebackene Brote und Zöpfe gab es ausserdem. Und wer wissen wollte, warum es genau sieben Gramm Holzwolle für die inzwischen schon legendären Feuerteufel-Anzünder braucht, war beim Ostermarkt der Stiftung MBF goldrichtig.