Im Vorwort zum Programm schreibt Albert Herzog, Dirigent der MG Wil: «Jede Passage will geübt sein, muss sitzen, da auch jede Note perfekt gespielt sein will.» Dies sei ein hohes Ziel. Dass dieses erreicht wurde, lag nicht zuletzt am Dirigenten, der mit seiner ruhigen, sicheren Stabführung auffiel.

Jugendmusik macht den Auftakt

Den Auftakt zum Konzertabend machte unter Leitung von Giuseppe Di Simone die zehnköpfige Jugendmusik Region Laufenburg. Die jungen Musikanten zeigten ein bereits beachtliches Können. Dirigent Di Simone versteht es ganz offensichtlich, die jungen Leute mit seiner Begeisterung und seinem Temperament anzustecken.

Leider mangle es im Moment noch etwas an Nachwuchs. Di Simone gab sich aber zuversichtlich und rief die Eltern auf, ihre Sprösslinge in der Jugendmusik mitspielen zu lassen. Mit einem grossen Applaus verdankte das Publikum die Darbietungen der Jugendmusik.

Danach war die Bühne frei für die MG Wil. Mit «North and South» stimmten diese das Publikum auf den Abend ein. In «Eiger. Journey to the Summit» wurde musikalisch eine dramatische Geschichte um Absturz und Aufstieg am berühmten Berg erzählt. Im Gegensatz dazu stand das eher melancholisch wirkende Stück «All By Myself», eine Pop-Adaption des zweiten Satzes von Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2.

Sonderapplaus für Posaunensolo

Die Solostellen spielte Martin Zumsteg mit seinem Es-Horn sehr gekonnt. Den Abschluss des ersten Teils machte «Dublin Pictures», eine Reise in Bildern durch die irische Stadt Dublin. Die MG Wil zeigte hier, dass sie auch bei rhythmisch schwierigen Passagen voll auf der Höhe ist. Die Eröffnung des zweiten Teils machte «The Blue Bells of Scotland» mit traditionellen schottischen Volksliedern. Der Solopart lag dabei in den Händen von Dirigent Albert Herzog, der mit seiner Posaune den Saal förmlich verzauberte. Es war hohe Schule des Posaunenspiels, das hier Herzog zeigte. Eindrücklich, wie er die schnellen Stellen sehr virtuos meisterte.

Weiter ging es mit dem bekannten «Basler Marsch» mit Motiven aus dem Lied «Z’Basel a mim Rhy». Ein nicht ganz einfaches Unterfangen war es, das von Büne Huber stammende «Scharlachrot» mit einer Blasmusik zu interpretieren. Beim abschliessenden Medley mit bekannten Melodien von Udo Jürgens begeisterte Albert Herzog das Publikum nochmals mit seinem Posaunenspiel.

Selbstverständlich gab es für das gut gelaunte Publikum noch zwei Zugaben, wobei die letzte als Überraschungsstück Präsident Hans Leber gewidmet war für seinen unermüdlichen Einsatz im Dienste der MG Wil.