Rheinfelden

Am Gleis 9¾: Stadtbibliothek leiht Bücher auch am Bahnhof aus

Die Stadtbibliothek bietet in ihrer Aussenstelle am Bahnhof gehaltvolle Lektüre für Bahnpassagiere.AF

Die Stadtbibliothek bietet in ihrer Aussenstelle am Bahnhof gehaltvolle Lektüre für Bahnpassagiere.AF

Pendler und Reisende können auf dem Bahnhofperron in Rheinfelden Bücher ausleihen. Mit der dauerhaften Bewilligung für die spezielle Bahnhofsfiliale verstärkt die Bibliothek ihre Öffentlichkeitsarbeit.

Die Rheinfelder Stadtbibliothek hat am Bahnhof in einer ausgedienten Telefonkabine auf dem Perron eine Filiale en miniature eingerichtet. Mit dem Hinweis, die Wartezeit oder die Fahrt zum Arbeitsort zu verkürzen, bietet die Stadt damit eine willkommene Abwechslung im Pendleralltag.

Die Kabine ist tagsüber frei zugänglich, die Bücher können mitgenommen und später wieder hierher zurückgebracht werden. Benannt wurde das Projekt «Gleis 9¾» nach einem literarischen Vorbild. In der Romanreihe «Harry Potter» von Joanne K. Rowling fährt der Zauberlehrling Harry auf dem Weg ins Internat mit dem Zug vom geheimen Gleis 9¾ ab.

Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit

Entstanden ist die Idee im vergangenen Spätsommer. In der Bibliothekskommission wurde darüber nachgedacht, wie die Bibliothek ihre Öffentlichkeitsarbeit verstärken könnte. Béa Bieber, Stadträtin für Bildung und Kultur, kam dabei die Idee mit der leerstehenden Telefonzelle am Bahnhof. In den Sommermonaten betreibt die Bibliothek schon länger im Strandbad jeweils eine kleine Aussenstelle, die auf reges Interesse stösst.

Barbara Scholer, Leiterin der Stadtbibliothek, erhält sehr gutes Feedback für diese Aussenarbeit: «Wir wollten rausgehen mit unseren Büchern, unter die Leute. Wir bekommen immer wieder total begeisterte Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Das Ziel, verstärkt auf die Stadtbibliothek aufmerksam zu machen, haben wir erreicht.»

Nach einer mit den SBB vereinbarten Pilotphase bis Ende 2013, ist die Bahnhofsfiliale jetzt dauerhaft bewilligt worden. Kathrin Burch von der Stadtbibliothek erklärt: «Wir füllen den Bestand laufend auf, vor allem mit ausgeschiedenen Werken oder mit Büchern, die wir aus Schenkungen erhalten. Wenn einmal eines nicht mehr zurück kommt, ist es nicht so tragisch. Aber wir freuen uns natürlich über Benutzer, die die ausgeliehenen Bücher auch wieder zurückbringen.»

Das Angebot wechselt je nach dem zur Verfügung stehenden Material. «Wir haben thematisch keine spezielle Ausrichtung. Es soll für alle etwas dabei sein. Es ist ein bunt gemischtes Angebot für das Pendlerpublikum», so Burch. Die ausgefallene Idee lohnt sich tatsächlich für alle. Sie verschafft Pendlern und Reisenden etwas Kurzweil im Alltag, belebt den Bahnhof und ist beste Werbung für die Stadtbibliothek.

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