Die Vorfreude in Laufenburg steigt. Am kommenden Freitag findet der erste öffentliche Anlass in der neuen Stadthalle statt. Bis dahin läuft der Endspurt. Noch fehlen gewisse Installationen, Mobiliar und die mobile Bühne. «Bis Donnerstag ist aber alles bereit», versichert Stadtammann Rudolf Lüscher. Die Eventhalle soll für Konzerte, Unterhaltungsveranstaltungen, Seminare, Versammlungen oder private Feiern genutzt werden.

Das Foyer, das farblich eher dunkel gehalten ist, kann dabei separat oder mit der angrenzenden Küche gemietet werden. «So sind Veranstaltungen verschiedener Grösse möglich», sagt Rudolf Lüscher. Die Küche biete eine Grundausstattung, aber auch genügend Platz, damit professionelle Caterer ihre Geräte mitbringen können. Die Halle selber ist ganz in Weiss gehalten und hat auf der Nord- und Südseite eine grosse Glasfront, sodass sie lichtdurchflutet ist. Die lamellenartige Struktur der Wände nehme die zahlreichen Ein- und Durchgänge auf, wie Architekt Adrian Kloter vom Büro Brandenberger Bührer Kloter Architekten erklärt.

Akustisch und technisch ist die neue Laufenburger Stadthalle ebenfalls so konzipiert, dass sie den vielfältigen Nutzungen gewachsen ist. «Auch nach dem Eröffnungswochenende ist die Halle bereits an mehreren Wochenenden fix vermietet», weiss Stadtammann Rudolf Lüscher. Derzeit ist nämlich die Gemeindekanzlei Ansprechpartner für Interessenten. «Die definitive Organisation wird nach der Eröffnung festgelegt», so Lüscher weiter, «es besteht die Absicht, mit Partnern wie Agenturen und Caterern für die weiträumige Vermarktung zusammenzuarbeiten.»

Bereits vor der Eröffnung kann die neue Halle auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Diese begann im Jahr 1923 – damals wurde nämlich in Laufenburg anlässlich eines Männerchorfestes mit einer Holzkonstruktion eine mobile Festhütte errichtet. Neun Jahre später erwarb die Stadt die Konstruktion und 1936 wurde nach Landbereinigungen mit Spital und Kraftwerk, der heutige Standort festgelegt.

Die historische Holzkonstruktion wurde 2011 rückgebaut und eingelagert.

Die historische Holzkonstruktion wurde 2011 rückgebaut und eingelagert.

1989 begann dann der politische Prozess, der eine Sanierung oder einen Neubau zum Ziel hatte. Zunächst sollten die Stadthalle und das angrenzende Schwimmbad gemeinsam saniert werden, das Projekt wurde aber 1993 verworfen. 1999 fand ein weiterer Projektierungskredit keine Zustimmung. 2008 wurde ein Sanierungsprojekt in der Höhe von 4,3 Millionen zwar an der Gmeind angenommen, dann aber in einer Referendumsabstimmung abgelehnt. Erfolgreich war erst die anschliessend eingesetzte Kommission. Aus einem Studienauftrag ging das nun umgesetzte Projekt siegreich hervor. Im Dezember 2010 bewilligte die Gemeindeversammlung den Baukredit und ein knappes Jahr später wurde mit dem Rückbau der alten Konstruktion, die derzeit eingelagert ist, begonnen.

«Insgesamt wird die neue Halle am Ende rund 8 Millionen Franken kosten», so der Stadtammann. Der bewilligte Kredit (Projektierungs- und Baukredit) betrug 6,81 Millionen Franken und basierte laut Lüscher auf einer Kostenschätzung von +/- 15 Prozent. «Es kamen aber noch Bauherrenwünsche mit Anpassungen und Ergänzungen des Projekts hinzu, unter anderem der Plattenbelag der Stadtterrasse, die Instandsetzung Giessenweg oder die Ausrüstung mit W-LAN.»