Ein kleines Weltwunder der Erdgeschichte haben Studierende der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) mit dem Kurzfilm «Ammon & Ammonita – Eine Liebe für die Ewigkeit» zum Leben erweckt. Am Herznacher Bergwerkfest wurde der Animationsfilm, der zeigt, wie versteinerte Ammoniten über Jahrmillionen entstehen, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Film vermittelt unterhaltend, informativ, kurz, aber dennoch prägnant anhand einer emotional geprägten Liebesgeschichte zweier Ammoniten, wie es zu den Versteinerungen aus der Jurazeit gekommen ist.

Stefan Schraner, Präsident des Vereins Eisen und Bergwerke, war es, der im letzten Jahr ZHdK-Studierende des Bachelors «Scientific Visualization» dazu einlud, mit ihrem gestalterischen Können die Geschichte dieser faszinierenden Meeresfossilien darzustellen. Acht Studierende erarbeiteten Konzeptideen, die das Jurameer und seine damaligen Bewohner erlebbar machen sollten.

«Ammon & Ammonita – Eine Liebe für die Ewigkeit»

Film in Kooperation mit Fachexperten entstanden

Niklaus Heeb, Leiter Fachrichtung Knowledge Visualization der ZHdK, stellte das Projekt vor. Er berichtete, dass die Visualisierung in enger Zusammenarbeit mit Fachexperten aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen entstanden sei. «Sie haben das Urmeer zu neuem Leben erweckt», freute sich Christine Neff, Geschäftsleiterin Jurapark Aargau. Auf wissenschaftlicher Basis und unterhaltend zugleich sollte der Film die Erdgeschichte visualisieren. Dies sei mit dem Sieger-Film erreicht worden, betonte Neff.

Aus den erarbeiteten Ideen der Studenten wählte eine Jury aus sieben Experten die Arbeit «Ewige Liebe» von Gabriela Gehrer und Gioia Loretz aus. Anhand von bewegten Infografiken, die Zeitdimensionen, die Sedimentierung der Ammoniten und die Jurafaltung darstellen, wird gezeigt, wie sich das damalige tropische Jurameer über Jahrmillionen zur heutigen Aargauer Hügellandschaft gewandelt hat.

Bergwerkfest in Herznach 2019 in Video: 

Bergwerkfest in Herznach 2019

Hauptdarsteller sind jedoch Ammon und Ammonita. Sie begegnen sich vor 165 Millionen Jahren im Jurameer und verlieben sich ineinander. In einem Unwetter kommen sie um, werden am Meeresgrund abgelagert und nach und nach von Kalkschlamm zugedeckt. Ammon und Ammonita überdauern gemeinsam den Lauf der Zeit, bis Geologen sie Millionen Jahre später, 2018, bei Ausgrabungen wiederentdecken. Der Animationsfilm macht die kleinen Weltwunder der Fossilienfunde einem breiten Publikum zugänglich.

Am Vorabend des diesjährigen Bergwerkfestes durften an der Premiere des Films zunächst die geladenen Gäste direkt über dem vom Bergwerkverein freigelegten Meeresboden des ehemaligen Jurameers, auf dem unzählige versteinerte Schalen von Meerestieren aus der Jurazeit liegen, die Liebesgeschichte, die Ewigkeiten überdauert hat, erleben.

Besucher des Bergwerkfestes hatten danach Gelegenheit, den Film zu sehen. Der Film soll darüber hinaus bei verschiedenen Anlässen zu sehen sein.

Komplizierte Inhalte einfach erklärt

Die ZHdK-Absolventin Gabriela Gehrer hat den Kurzfilm realisiert. «Gabriela Gehrer hat beachtliche Arbeit geleistet», betonte Anna Hoyer, Projektleiterin Umweltbildung beim Jurapark Aargau, an der Filmpremiere. Mit der emotionalen Geschichte sei es ihr gelungen, komplizierte Inhalte einfach zu erklären sowie den Versteinerungen aus der Jurazeit Leben einzuhauchen und das Interesse daran zu wecken, sagte sie.

Im Rahmen der Kampagne «Kleine Weltwunder» des Bundesamts für Umwelt und in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Schweizer Pärke erfolgt die Zusammenarbeit des Juraparks Aargau mit der ZHdK.

Der Film «Ammon & Ammonita – Eine Liebe für die Ewigkeit» kann auf www.jurapark-aargau.ch/videos heruntergeladen werden.